MÜnchen - In den Tee, in die Suppe, ins Curry oder kandiert - Ingwer spielt in der Ernährung nicht nur einen Nebenpart. Kein Wunder: Die Knolle gibt Gerichten ein besonderes Aroma. Darüber hinaus soll sie eine positive Wirkung für die Gesundheit haben. Das liegt an ihren vielfältigen Inhaltsstoffen. „Ingwer enthält nachweislich über 100 verschiedene Substanzen“, sagt Prof. Johannes Georg Wechsler. Der Münchner Facharzt für Innere Medizin und Ernährungsmedizin ist Präsident des Bundesverbands Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM).
Einen Liter Ingwertee am Tag
Die Stoffe sollen anti-entzündlich, abschwellend und sogar schmerzlindernd wirken. Ingwertee etwa ist ein beliebtes Hausmittel, um lästigen Schnupfen oder Husten auszukurieren. Das Wohltuende sind die scharfen Substanzen der Knolle, die in heißem Wasser aufgelöst werden - da wird einem beim Trinken schnell warm. Wechsler empfiehlt, bei einer Erkältung acht Tage lang pro Tag einen Liter Ingwertee zu trinken. „Wichtig ist, kochendes Wasser zu verwenden, in das Scheiben einer Ingwer-Knolle gelegt werden.“ Übrigens, eine Ingwer-Knolle aus biologischem Anbau nicht unbedingt geschält werden. muss man nicht zwingend schälen. Handelt es sich jedoch um Importware, zum Beispiel aus China, können in den Schalen Schadstoffe wie Pestizide stecken.
Neben Vitamin B und C liefert Ingwer wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Bei Heißhungerattacken kann das bloße Kauen von Ingwer den Appetit mindern. „Ingwer hat sich seit 2000 Jahren in der Medizin bewährt, gravierende Nebenwirkungen sind nicht bekannt“, sagt Wechsler.
Wer Ingwer zu sich nimmt, sollte allerdings eine Tagesdosis von vier bis fünf Gramm nicht überschreiten. Sodbrennen oder Verdauungsprobleme könnten die Folge sein. Ingwer sollte man außerdem nicht kontinuierlich, sondern idealerweise nur phasenweise zu sich nehmen. „Die Schärfe der Inhaltsstoffe stimulieren den Magen ungemein, wodurch die Magenschleimhaut angegriffen wird“, erklärt Wechsler. Das könne mittelfristig unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden führen.
Vorsichtig muss zudem sein, wer Medikamente zu sich nimmt. Ingwer kann hier ungewollte Wechselwirkungen verursachen. Daher sollten sich Verbraucher in Sachen Ingwer von einem Arzt oder in einer Apotheke beraten lassen.
