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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Wellness & Fitness

Gesundheit: Salz auf der Haut leistet gute Dienste

02.07.2011

USEDOM Salz möchte keiner in seiner Suppe missen, und es ist erwiesenermaßen unverzichtbar für den menschlichen Körper – sei es, um den Blutdruck zu regulieren oder den Wasser- und Nährstoffhaushalt zu steuern. Darüber hinaus findet das so unscheinbar aussehende Mineral bereits seit Jahrtausenden als Heilmittel Verwendung – vorwiegend in gelöster Form, als Sole.

„Unter Sole versteht man salziges Wasser natürlichen Ursprungs, das einen hohen Gehalt an Mineralsalzen wie Jod, Sulfur oder Radon hat“, erklärt Karin Lehmann vom Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern. Sole ist ein anerkanntes Arzneimittel, das sowohl äußerlich – zum Beispiel in Form von Bädern oder Umschlägen – als auch innerlich als Trinkkur, Spülung oder Inhalation angewendet wird.

Sie kann unter anderem bei Verdauungskrankheiten, Stoffwechselstörungen oder bei Blasen- und Harnleiterinfektionen helfen. Das medizinische Spektrum, in dem es positive Effekte erzielen kann, ist groß. Hauptanwendungsgebiete der „weißen Krankenschwester“, wie Sole aufgrund ihrer Heilwirkung auch genannt wird, sind jedoch Hautkrankheiten sowie Erkrankungen der Atemwege und des Bewegungsapparates.

„Durch eine Sole-Therapie lassen sich bei vielen Hautkrankheiten sehr gute Ergebnisse erzielen“, bestätigt Bernd Salzer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen in Berlin. So könne man mit salzgetränkten Umschlägen Akne lindern. Bei chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) wirkten Sole-Anwendungen nachhaltig. „Hier sind Bäder mit hochkonzentrierter Sole angezeigt, wobei man sie am besten mit einer UV-Bestrahlung verbindet“, erklärt Prof. Jürgen Kleinschmidt, Vizepräsident der Vereinigung für Bäder- und Klimakunde in Bonn.

Diese sogenannte Sole-Photo-Therapie, bei der der Patient direkt nach dem Bad noch salzverkrustet eine Dosis Sonne „verabreicht“ bekommt, dauert je nach Schweregrad der Erkrankung zwischen drei und zwölf Wochen und wird mittlerweile von den Kassen übernommen. „Der Heilungseffekt hält eine ganze Weile an, ist aber nicht dauerhaft. Nach einem halben Jahr können die Symptome wiederkehren, dann muss man erneut behandeln“, erläutert Salzer.

Auch bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis oder Nebenhöhlenentzündungen lohnt es sich, dem Naturheilmittel Sole eine Chance zu geben: „Die Inhalation mit Sole lässt die Schleimhäute abschwellen und ist entzündungshemmend. Sie bewirkt, dass Sekret besser abgehustet werden kann und Hustenreiz gedämpft wird“, erklärt Kleinschmidt. Bei regelmäßiger Anwendung könne man daher bestehende Erkrankungen deutlich lindern.

„Auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Rheuma, Arthrose oder degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule kann Sole positiv wirken“, sagt Lehmann zum dritten Einsatzschwerpunkt von Sole.

Therapiert werde in diesem Fall vor allem durch Baden im warmen, mindestens vierprozentigen Solewasser. Teils kommen auch Solepackungen zum Einsatz. Die gelösten Salze reagieren mit der Haut und bewirken eine Weitung der Gefäße. Dadurch entspannen sich die Muskeln, und Gelenke werden entlastet – die Schmerzen lassen nach, und die Beweglichkeit der Patienten verbessert sich.

Oft wird den Betroffenen von ihren Ärzten neben Wannenbädern auch Wassergymnastik im Solebecken verschrieben: „Durch den Auftrieb können sie die bewegungstherapeutischen Übungen, die ihre Heilung fördern, leichter und schmerzfreier durchführen“, sagt Karin Lehmann, die stellvertretende Kurdirektorin der Kaiserbäder Insel Usedom ist. Aufgrund des Auftriebs sei es möglich, schon Patienten zu mobilisieren, die sich an Land noch gar nicht bewegen könnten – etwa bei kaum belastbaren Gelenkschäden.

Entscheidet man sich für eine Sole-Therapie, sollte man das mit einem Facharzt oder Badearzt besprechen. Dieser kann beurteilen, ob sie sinnvoll ist und weiß um Gegenanzeigen. Zudem ist der ärztliche Rat wichtig zur Wahl der richtigen Sole beziehungsweise des passenden Kurortes: Die einzelnen Heilquellen variieren im Salzgehalt zwischen ein, vier und 20 Prozent und sind mit unterschiedlichen Mineralien angereichert. Dementsprechend kommt nicht jeder Ort für jedes Krankheitsbild infrage.

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