Seit längerer Zeit schon erregt ein Vitamin das Interesse der Öffentlichkeit: Vitamin D. Dabei handelt es sich genau genommen gar nicht um ein Vitamin. Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, das heißt ein Botenstoff, der direkt regelnd in unseren Organismus eingreift. Nahezu alle Zellen unseres Körpers verfügen über sogenannte Rezeptoren für Vitamin D.
Rezeptoren kann man sich wie Türschlösser vorstellen und Hormone wie Schlüssel, die die Türen aufschließen. In den Zellen wird unser Hormon-Vitamin für die Regulation zahlreicher Prozesse benötigt. Vitamin D ist also an vielen Schaltstellen des Wunderwerkes Mensch aktiv. Genau das macht es so interessant.
Es wird mit Hilfe der Sonne auf unserer Haut gebildet und wird deshalb oft als „Sonnenhormon“ bezeichnet. Nur wenige Nahrungsmittel enthalten Vitamin D in nennenswerter Menge. Dazu gehören fetter Seefisch, Eier oder Kalbsleber.
Das Sonnenhormon spielt eine wichtige Rolle in der Immunabwehr und ein Mangel kann Ursache für gehäufte Erkältungen im Winter sein. Eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten zeigt, dass niedrige Vitamin D-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Dickdarmkrebs assoziiert ist. Auch das Umgekehrte scheint zu zutreffen, nämlich dass höhere Blutspiegel an Vitamin D die Wahrscheinlichkeit für Brust- oder Dickdarmkrebs vermindert.
Von einigen Ärzten wird es auch als Powerhormon bezeichnet, weil es für Energie im Alltag sorgt. Abgeschlagenheit und Lustlosigkeit können also mit einem niedrigen Blutspiegel unseres Vitamins zusammenhängen. Außerdem hat es eine wichtige Funktion für den Knochenbau.
Gerade jetzt im Winter haben viele Menschen einen Mangel an Vitamin D; die Sonne scheint, wenn überhaupt nur kurz, und dann auch noch zu einer Zeit, in der viele bei der Arbeit sind. Gerade wenn Sie sich ständig mit einer Schniefnase herumplagen oder wenn Sie morgens nur mühsam aus dem Bett kommen, obwohl sie genug geschlafen haben, ist es sinnvoll, Ihren Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmen zu lassen.
Bei vielen Menschen ist er zu niedrig, das heißt er liegt unter 20 (ng/ml). Gehen Sie an die frische Luft, so oft Sie können. Häufig reicht das aber nicht. Dann sollten Sie Vitamin D in Pillenform einnehmen.
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Dosierung; manchmal ist es sinnvoll, bis zu 4000 (sogenannte) Internationale Einheiten pro Tag einzunehmen. Vitamin D ist lipophil, das heißt Fett liebend. Kapseln mit diesem Vitamin sollten Sie deshalb zum Essen nehmen und nicht auf nüchternen Magen.
Wenn Sie momentan unter häufigen Infekten leiden, kann es sinnvoll sein, zusätzlich zu Vitamin D Zink zu nehmen, das Leitmineral des Immunsystems.
Vergessen Sie darüber hinaus aber nicht die Grundsätze einer gesunden Lebensführung: fünf Portionen Obst oder Gemüse pro Tag, viele Vollkornprodukte, statt Fleisch auch mal Soja, zwei- bis dreimal pro Woche sportliche Bewegung und regelmäßig Zeit für sich selbst.
