„Vor allem Anfänger belasten sich beim Joggen oft völlig falsch, indem sie meist viel zu intensiv einsteigen“, erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln. Hinzu kommt nach Worten von Andreas Körber vom Deutschen Nordic Walking/Blading Verband (DNV) in Rosenheim, dass sich viele Freizeitsportler beim Bewegen zwar gut fühlen, ihren Körper aber dennoch stärker belasten als gut für sie ist. Studien hätten das erwiesen.
Verhindern lassen sich Über- und Unterforderung, wenn der Sportler während des Laufens oder Walkens Informationen über seine Herzfrequenz erhält, die sich in Form des Pulses mitteilt. „Sie ist der einzige nachgewiesene Parameter, der eine Aussage über die Belastung ermöglicht“, sagt Harald Bajohr vom Hersteller Polar.
Da die Pulsmessgeräte genau diese Informationen liefern, sind sie nach Einschätzung der Experten sinnvoll. Sie werden wie eine Uhr am Handgelenk getragen. Die Belastungsdaten empfangen sie in der Regel über einen kleinen Sender von einem Gurt, den der Sportler um den Brustkorb trägt. Laut Annika Lehnert vom Hersteller Sigma Sport gibt es auch „Finger Touch“-Versionen, die die Belastung nach Druck sozusagen von der Fingerspitze ablesen. „Aber das liefert nur Momentaufnahmen.“
Laut Prof. Froböse ist es ausreichend, wenn das Gerät den Puls beziehungsweise die Herzfrequenz anzeigen kann. Andreas Körber hält darüber hinaus eine Funktion für sinnvoll, die nach Angabe verschiedener Daten des Sportlers jenen Herzfrequenzbereich anzeigt, innerhalb dessen er trainieren sollte. Abweichungen sollten durch ein akustisches Signal angezeigt werden. „Das ermöglicht, dass man zum Nachschauen nicht stehen bleiben muss.“
Egal wie viele Funktionen das Gerät hat: Andreas Körber vom DNV rät Sportlern, ein Modell auszuwählen, von dessen Display sich die Werte leicht ablesen lassen und das insgesamt einfach zu bedienen ist. „Um sich mit den Funktionen vertraut zu machen, ist es sinnvoll, das Gerät zunächst auch tagsüber als Armbanduhr zu tragen.“ Die meisten der Geräte zeigen auch die Uhrzeit an.
Geübte Läufer haben laut Froböse kein Pulsmessgerät mehr nötig. „Hat sich das Körpergefühl beim Laufen entsprechend entwickelt, ist es besser, die Belastung über den Atem zu kontrollieren.“ Außerdem riskiere ein fortgeschrittener Sportler meist ohnehin nicht mehr, zu schnell zu laufen. Für den Fall, dass er die Pulsuhr trotzdem nicht ablegen möchte, arbeiten die Hersteller doch an immer wieder neuen Designs, die den Geräten Lifestyle-Charakter verleihen sollen. Annika Lehnert von Sigma Sport ist überzeugt: „Zu zeigen: Ich habe eine Sportuhr, das ist auch eine Image-Geschichte.“
