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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Wellness & Fitness

Verwirrtheit im Alter kann viele Ursachen haben

30.06.2012

Bei älteren Menschen treten sowohl in ihrer häuslichen Umgebung wie auch bei stationären Aufenthalten nicht selten schwer einzuordnende Verwirrtheitszustände auf. Angehörige und Betreuungspersonen sind häufig nicht unmittelbar in der Lage, die Entstehung und Ursachen korrekt einzuordnen. Dass diese Situationen keine Ausnahmen darstellen, wird durch eine amerikanische Studie belegt, die nachweist, dass während eines Krankenhausaufenthaltes bei etwa 20 Prozent der über 65-Jährigen Verwirrtheitszustände auftreten.

In der Regel kommt es bei diesen Zuständen zu Störungen der örtlichen Orientierung und zu einer fehlenden zeitlichen Zuordnung. Dabei können Unruhezustände mit aggressiven Reaktionen auftreten, häufiger aber Symptome einer allgemeinen Verlangsamung und Apathie. Bei akutem Beginn ist die Kenntnis der Lebensgewohnheiten (Alkoholkonsum, Einnahme von Schlaf-oder Beruhigungsmitteln oder anderer Medikamente) extrem wichtig. Nicht selten besteht eine erheblich eingeschränkte Trinkleistung, die eine wesentliche Ursache für den unklaren Verwirrtheitszustand sein kann.

Erkrankungen, zum Beispiel eine chronische Einschränkung der Leber- oder Nierenleistung, eine nicht gut eingestellte Zuckererkrankung oder ein Zustand nach einem Schlaganfall, können durchaus Ursache oder teilursächlich Auslöser eines Delirs werden. Nicht selten kommt es im Rahmen bis dahin nicht bekannter Infektionen (Lungenentzündung, Viruserkrankungen) zur Veränderung in der Medikamenten- und/oder Flüssigkeitsaufnahme, mit nachfolgender Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Die Entwicklung zu einem ernsten Problem deutet sich häufig nur mit vermehrter Schläfrigkeit an.

Man rechnet damit, dass etwa 30 bis 60 Prozent der sich anbahnenden Verwirrtheitszustände nicht ausreichend oder rechtzeitig erkannt werden. Auch wenn Verwirrtheitszustände im Alter zunehmen, so ist doch nicht ganz klar, welche Bedeutung der Risikofaktor Alter hat.

Das häufigste Risiko für einen Verwirrtheitszustand ist im hohen Alter die Demenz. Ein akuter Beginn einer Verwirrtheit spricht allerdings eher gegen eine dementiell ausgelöste Störung. Mischbilder zwischen Verwirrtheit und Demenz sind im höheren Alter aber nicht selten. Fortgeschrittene Tumorerkrankungen können ebenfalls eine Ursache plötzlicher Verwirrtheitszustände sein. Dieses zum einen durch die Krankheit, zum anderen aber auch durch eine Überdosierung zum Beispiel von Schmerz- oder Beruhigungsmedikamenten. Eine bekannte Ursache von Verwirrtheitszuständen sind Reaktionen auf Medikamente, insbesondere dann, wenn viele genommen werden müssen.

Im Rahmen von Heimaufenthalten wird in der Regel ein Flüssigkeitsprotokoll geführt, um ein ausreichendes Angebot sicherzustellen. Diese Überprüfung findet im häuslichen Bereich meistens nicht statt, so dass eine ungenügende Flüssigkeitsaufnahme leider nicht rechtzeitig erkannt wird. Dieses ist einer der Gründe für Fehleinschätzungen eines Verwirrtheitszutandes als Demenz, obwohl eigentlich nur das Flüssigkeitsdefizit ausgeglichen werden muss.

Wie verhindert man einen Verwirrtheitszustand? Vorsorge treffen kann man durch Sicherstellung einer genügenden Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr, ausreichender Bewegung, Prüfung und Sicherstellung der regelmäßigen Arzneimitteleinnahme, die Schaffung einer ruhigen und sicheren Umgebung. In der Klinik besteht dann die Möglichkeit Untersuchungen (EKG und EEG) durchzuführen. Ganz entscheidend ist aber ebenso der Kontakt der Angehörigen mit der betroffenen Person, um schnell und ohne Verzögerung eine Diagnose zu ermöglichen zur Wiedergewinnung der Orientierung.

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