Jugendliche verkörpern für viele das blühende Leben. Dabei leiden auch Jugendliche zum Teil schon unter ähnlichen gesundheitlichen Problemen wie Erwachsene – durch Bewegungsmangel, falsche Ernährung und seelischen Stress. Die Möglichkeit, Risikofaktoren früh zu erkennen und gegenzusteuern, bietet die Jugendgesundheitsuntersuchung J 1.
Die J 1 ist eine Früherkennungsuntersuchung für Mädchen und Jungen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren. Sie ergänzt die zehn U-Untersuchungen der ersten sechs Lebensjahre und wurde 1998 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen.
Allerdings nutzen laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (KIGGS) nur etwa 33 Prozent der Zwölf- bis 14-Jährigen dieses Angebot. Daher haben die kassenärztliche Bundesvereinigung und die kassenärztlichen Vereinigungen der Länder eine Informationskampagne zur Jugendgesundheitsuntersuchung gestartet. Diese soll Mädchen und Jungen stärker motivieren, an der J 1 teilzunehmen. Hierfür wurde spezielles Informationsmaterial für Ärzte und insbesondere für Jugendliche zusammengestellt. Es ist auf der Internetseite www.kbv.de/j1.html abrufbar.
Dort zeigt ein munteres Video, wie die J 1 abläuft: „Es wird Zeit für einen neuen Gesundheitscheck. Hier kannst du alles fragen und alles loswerden – auch, wenn du noch keine 18 Jahre bist. Du entscheidest, ob du alleine zum Arzt gehst oder jemanden mitnimmst, einen Freund oder vielleicht deine Mutter“. Außerdem sucht die kassenärztliche Vereinigung über das Internet direkten Kontakt zu den Jugendlichen. Unter www.facebook.com/checkup.J1 können Fragen und Kommentare ins Netz gestellt werden.
Auch mit der Akzeptanz von Impfungen bei Jugendlichen steht es nicht besser als mit der J 1. Gerade im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren stehen die Auffrischung von Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung an. Außerdem ist es die Zeit, in der fehlende Impfungen nachgeholt und unvollständige komplettiert werden können. Dies gilt für Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Meningokokken.
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die häufig nicht vollständig ausheilt. Die Infektion mit dem Virus erfolgt über Blut und andere Körperflüssigkeiten. Wer sexuellen Verkehr hat und nicht geimpft ist, kann sich anstecken. Mädchen sollten möglichst vor dem ersten Sexualkontakt gegen humane Papillomaviren (HBV) geimpft werden. HBV sind Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Sie werden durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Nach Abschluss der Untersuchung wird der Jugendliche, bei Absprache auch die Bezugsperson, über das Ergebnis der J 1 informiert. Dann werden mögliche Auswirkungen auf die weitere Lebensgestaltung erörtert: „So könnt ihr gemeinsam möglichen Krankheiten vorbeugen. Ein kleiner Stich kann dich vor gefährlichen Krankheiten schützen. Jetzt zeigt dir dein Arzt, wie fit du wirklich bist. Also lass dich checken und gehe zur J1.“
