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nordwest-zeitung

Was Kinder bei der Einschulung können sollten

Dr. Jo Kanders, Autor dieses Berichts, ist freier Medizinjournalist und Mitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Eltern sind stolz darauf, wenn ihr Kind schnell lernt. Andererseits raten Psychologen dazu, Kinder im Vorschulalter nicht zu überfordern, ihnen eine unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen. Doch so ganz ohne Lernen im Vorschulalter geht es nicht, denn mit der Einschulung werden an die Kleinen schon Anforderungen gestellt, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung der Grundschulzeit sind.

So wird z. B. erwartet, dass die Kinder eine gewisse Selbstständigkeit erlangt haben: Sie sollten sich alleine an- und ausziehen und zur Toilette gehen können, über eine gewisse Fingerfertigkeit verfügen und sich im Straßenverkehr zurechtfinden. Bestehen dabei Defizite, werden die Kinder dies kaum in der Schule aufholen können. Für Eltern ist es deshalb wichtig zu wissen, was Kinder bereits zum Schulanfang können sollten.

Aber, was sollten denn Kinder alles können? Und vor allem, wie können Eltern es ihren Kindern beibringen?

Früher, werden viele sagen, das standen noch die Großeltern, vornehmlich die Omas zur Verfügung. Doch die Großfamilie ist selten geworden. Was bleibt, sind Beratungsstellen und entsprechende Literatur.

Aber welches Vorschultraining ist für Kleinkinder sinnvoll, und wann sollten Kinder was wie lernen? Und wie bringen Eltern es ihnen bei?

Einer, der sich darüber Gedanken gemacht hat, ist der Wilhelmshavener Kinder- und Jugendarzt Dr. Rupert Dernick. Er hat seine Erfahrungen aus der Seminarreihe „Familienergo“ in Buch und Broschüre „Topfit für die Schule“ (Kösel-Verlag, Buch 15,90 Euro; Broschüre drei Euro) festgehalten. Dernick beschreibt, wie Eltern mit ganz einfachen Schritten ihren Kindern schon im Vorschulalter Fertigkeiten beibringen können – ohne Stress und ohne Druck.

Das fängt damit an, dass Kinder lernen, im Haushalt mitzuhelfen. Dazu gehören das Ausräumen der Spülmaschine, das Tischdecken oder Staubsaugen. Lernen können die Kinder auch beim Sockenmemory. Die gewaschenen Socken müssen paarweise zugeordnet werden. Die Kinder lernen zu vergleichen und abzustimmen.

Gemäß einer Tabelle kann das Lernprogramm abgefragt werden, für die Defizite gibt es präzise Anweisungen, wie diese Lücken geschlossen werden können – zum Beispiel bei der Grob- und Feinmotorik, der Koordination von Händen und Füßen, der Übertragung und Durchführung von kleinen Aufgaben.

Dazu gehört auch die Anleitung zum selbstständigen Einkaufen und Telefonieren. Was kann man Kindern zumuten, was nicht, ohne dass dabei gleich eine Riesenrechnung entsteht? Was sollte das Kind in welchem Altern können? Das ist eine von Dernick genau beschriebene Schritt-für-Schritt-Methode, die sich als Lektüre, aber auch als Nachschlagewerk sehr gut eignet.

Schließlich – und ganz wichtig – gehört zu dieser Methode, Kinder auf den Umgang mit Gefahrenquellen vorzubereiten: der heiße Herd, problematische Flüssigkeiten, aber auch der Umgang mit Messer und Gabel, das Bewegen im Straßenverkehr.

Infos: www.familienergo.de

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