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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Per Achterbahnfahrt ins Glück

24.09.2018

Augsburg 62 Kilometer trennen Augsburg von München und damit aktuell auch vom 185. Oktoberfest. Dort auf der Theresienwiese steht auch eine Achterbahn. 35 Jahre ist sie alt, wurde 1998 just von der Firma AFAW in Stuhr mit zünftig alpenländischem Dekor zur „Alpina Bahn“ umgestaltet und ist bis heute die größte wie längste transportable Achterbahn ohne Überschlag auf der Welt. Die Spieler von Werder Bremen hatten am Samstag allerdings den Eindruck, das gute Stück würde in der Fußball-Arena von Augsburg stehen und sie säßen mittendrin.

Gemächlicher Beginn, steiler Aufstieg, rasantes Herunterrauschen, erneuter Anstieg und erleichtertes Ausrollen: Nach 98 Minuten Berg- und Talfahrt standen die Grün-Weißen glücklich vor ihren mitgereisten Fans und feierten ein 3:2 (2:1) beim FC Augsburg. Zum ersten Mal seit 13 Jahren ist Werder nach vier Spieltagen ohne Niederlage. „Dafür musste es aber nicht diese wilde Tour sein, eine ruhige Bootsfahrt auf der Weser wäre mir lieber gewesen“, sagte Trainer Florian Kohfeldt.

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Nachdem Torhüter Jiri Pavlenka seine Farben mit zwei Paraden gerettet hatte, stellten Max Kruse (34.) und Maximilian Eggestein (36.) per Doppelschlag das Spiel auf den Kopf. „Darüber, dass wir uns dann mehr mit dem Pausenpfiff als mit dem Spiel beschäftigen, müssen wir ebenso reden wie über die Viertelstunde nach der Halbzeit“, sagte Kohfeldt. Erst hatte Koo Ja-Cheol verkürzt (45.+3), Philipp Max zügig das 2:2 erzielt (47.) und danach hätten Michael Gregoritsch und Koo das Spiel drehen können. „So viel dürfen wir nicht zulassen, wir müssen abgeklärter werden“, monierte Martin Harnik.

Für die von Kohfeldt erwünschte ruhige Bootsfahrt müssen seine Spieler trotz der acht Punkte weiter an Gleichgewicht und Konstanz arbeiten. „Wir verlieren immer mal den Faden und geraten unter Druck“, sagte Harnik.

Dass Augsburgs Trainer Manuel Baum aber von einem völlig unverdienten Werder-Sieg sprach, brachte Kohfeldt ein wenig auf die Palme. „Wegen des Torwart-Fehlers ist unser Sieg sicher glücklich. Erschlichen aber haben wir ihn uns nicht. Wir müssen für die drei Punkte nicht mit angezündeten Kerzen nach Hause fahren.“

Zwar kam der Sieg schmeichelhaft zustande, weil FCA-Torhüter Fabian Giefer eine harmlose Flanke von Ludwig Augustinsson durch die Hände glitt und Davy Klaassen (75.) den Ball nur noch ins leere Tor drücken musste. Kohfeldt allerdings hatte für den Erfolg in taktischer Hinsicht auch einiges getan. So wechselte er nach dem 3:2 in Kevin Möhwald und Johannes Eggestein zweimal offensiv aus. Zudem erwies sich sein Startelf-Mandat an Claudio Pizarro bis zum 1:2 als überaus wirksam.

„Ich habe immer gesagt, dass es hier und da sinnvoll ist, Claudio von Anfang an zu bringen. Augsburg spielt ein sehr spezielles Mann-gegen-Mann-Pressing über den ganzen Platz. Die Idee war, Claudio mit hohen Bällen anzuspielen, die er dann mit seiner Erfahrung behaupten kann“, erklärte Kohfeldt. Sein Schachzug ging auf. So leitete Pizarro nicht nur Klaassens Großchance nach dem 1:0 ein (35.), sondern bereitete auch das 2:0 vor. „Damit stehen wir oben drin. Da, wo wir auch am Ende sein wollen“, sagte Pizarro. Dafür aber sollte die Achterbahn dann doch zügig abgebaut werden. Am besten schon an diesem Dienstag (18.30 Uhr) gegen Überraschungsteam Hertha BSC.

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