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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Warum Werder Bremen jetzt besseren Fußball spielt

15.02.2018

Bremen Wer auf die Tabelle der Bundesliga schaut, der sieht aktuell nicht das, was wirklich drinsteckt –  zumindest auf Werder Bremen bezogen. Platz 15 steht da, 23 Punkte, akute Abstiegsgefahr. Und so ist es selbstredend auch. Noch. Denn in der Rückrunde steht das Team von der Weser auf Platz fünf. Und nicht nur das. Laut Sky-Experte und früherem Nationalspieler Dietmar Hamann spielt Werder im Jahr 2018 sogar mit dem FC Bayern und Bayer Leverkusen den attraktivsten Fußball der Liga.

Vieles spricht dafür, dass sich die Mannschaft unter Trainer Florian Kohfeldt derart verbessert hat, dass das Zittern um den Ligaverbleib in den nächsten Wochen ein Ende finden könnte. Oder die Fans zumindest nicht bis zum 34. Spieltag bangen müssen. Was macht die Bremer derzeit so viel besser? Die NWZ nennt ein paar Gründe.

Werder Bremen hat wieder Mut zur Attacke

Es ist so etwas wie ein Trend, dass immer mehr Mannschaften in der Bundesliga zunächst auf das Tore verhindern setzen. Die Liga ist ausgeglichen, viele Teams spielen auf einem Niveau, da will man keine Fehler machen. So war es bei Werder unter Alexander Nouri, so ist es aber nicht mehr unter Kohfeldt. Der junge Coach lässt mutig und aggressiv nach vorn spielen, forciert das Zutrauen auch in schwierige Aktionen. Werder sucht zwar wie viele Mannschaften ebenfalls nach Ballgewinnen das schnelle Umschaltspiel, setzt die Gegner teilweise aber auch früh in der eigenen Hälfte unter Druck. In München (2:4) sorgte man damit schon für Aufmerksamkeit, in Leverkusen ebenfalls (2:4 n.V.). Einzig im Spiel bei Schalke 04 agierte Werder in diesem Jahr eigentlich über weite Stecken zu passiv – gewann aber mit Glück noch 2:1.

Frische Alternativen mit Kainz und Johannsson

Werder kann immer besser rotieren – und das ist ein Verdienst von Kohfeldt. Der Trainer hat Spieler wieder stark gemacht, die in Bremen schon als gescheitert galten. Bestes Beispiel ist der gegen Wolfsburg (3:1) überragende Florian Kainz gewesen, der seine ersten beiden Saisontore erzielte. Er spielte unter Nouri nur eine kleine Nebenrolle, gar überhaupt keine Rolle nahm Aron Johannsson ein. Auch der US-Amerikaner steht plötzlich wieder in der Startelf, wirkt engagiert und ist ein belebendes Element. Weil Werder in Fin Bartels nur einen Langzeitverletzten und in Milot Rashica sowie Sebastian Langkamp im Winter zwei weitere Spieler verpflichtet hat, sind auf einmal deutlich mehr Alternativen da – und das schürt den Konkurrenzkampf.

Harmonie zwischen Bank und Rasen

Eben genau wegen dieser neuen Konkurrenzsituation sitzen auch etablierte Kräfte auf der Bank. Kapitän Zlatko Junuzovic war es bei Schalke 04, der zuvor stets gesetzte Däne Thomas Delaney gegen Wolfsburg. Kommt dadurch Unruhe im Team auf? Bisher mitnichten. Kohfeldt sucht die direkte Ansprache zu seinen Jungs, erklärt ihnen nach eigenen Angaben rechtzeitig vor dem Spiel, warum sie draußen sitzen und wofür er sie später in der Begegnung noch braucht. Diese vertrauensvolle Herangehensweise kommt an. Auch andere Profis wie Robert Bauer, hinter Theodor Gebre Selassie rechts hinten nur zweite Wahl, verhalten sich ruhig. Den einzigen Spieler, der sich trotzig gezeigt hat, haben die Bremer konsequenterweise in die Reserve geschickt: Lamine Sané. Ein Signal an seine Kollegen, dass so ein Verhalten an der Weser nicht geduldet wird.

Dauerläufer Maximilan Eggestein

Seit einiger Zeit spielt Maximilian Eggestein nicht mehr auf der Sechs, also im defensiven zentralen Mittelfeld, sondern weiter vorn auf der Acht. Der 21-Jährige ist eines der Gesichter des Bremer Aufschwungs, spielt seit Wochen in Topform. Eggestein ist so etwas wie das Duracell-Männchen im Bremer Kader, an den sechs Rückrunden-Spieltagen war er sensationalle viermal der laufstärkste Spieler aller Bundesliga-Teams zusammen. Teilweise mehr als 13 Kilometer spult der U-21-Nationalspieler ab, stößt immer wieder in die Spitze, gewinnt aber auch Zweikämpfe im Zentrum. Mit Philipp Bargfrede hinter ihm und Delaney oder wie zuletzt Junuzovic neben ihm besitzt Werder ein enorm laufstarkes Mittelfeld – und davon profitiert die gesamte Mannschaft.

Max Kruse ist doch nicht unersetzlich

Wenn Max Kruse nicht trifft, ist Werder nichts wert: Diese Auffassung hatten viele Beobachter in der Vergangenheit. Kruse ist natürlich nach wie vor unverzichtbar, wirkt austrainiert wie selten und zieht die Fäden in der Bremer Offensive. Aber: Der Stürmer hat erst fünf Liga-Tore erzielt – allenfalls ein durchschnittlicher Wert für einen Mann seiner Klasse, zumal er drei Treffer allein gegen Hannover 96 (4:0) erzielte. Was das bedeutet? Werder ist im Angriff nicht mehr so leicht ausrechenbar. Kainz (2), Ludwig Augustinsson, Junuzovic, Kruse, Jerome Gondorf und Gebre Selassie (je 1) heißen die letzten Torschützen in der Liga, dazu traf Johannsson im Pokal. Zudem tut es Kruse gut, dass es andere Unruheherde neben ihm gibt. So kann er sich leichter einmal der gegnerischen Defensive entziehen.

Neuer Mut durch mutigen Kohfeldt

Es ist eine immer wiederkehrende Binsenweisheit, aber mit den besseren Ergebnissen kehrte das Selbstvertrauen nach Bremen zurück. Die Profis gehen mit einer ganz anderen Körpersprache in die Begegnungen, äußern sich deutlich mutiger in Interviews. Kohfeldt unterstützt das, fordert den Mut, jedes Spiel gewinnen zu wollen – auch in München oder Leverkusen. Bei der Auswärtspartie beim SC Freiburg wartet an diesem Samstag (15.30 Uhr) ein derzeit ähnlich selbstbewusster Gegner, danach gastiert der verunsicherte Hamburger SV (24. Februar, 18. 30 Uhr) im Weserstadion – zwei Spiele, in denen Werder einen sehr großen Schritt aus den unteren Regionen machen könnte.

Vielleicht zeigt die Tabelle danach ein wenig mehr, was derzeit in den Bremern steckt.

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2033

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