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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Wie Kruse künftig Werder anführen will

26.07.2018

Bremen Auf dem Platz ist Max Kruse längst in die Rolle eines Anführers hineingewachsen. Seine Tore, seine Vorlagen, seine Präsenz haben Werder Bremen in den vergangenen zwei Jahren besser gemacht. Kruse macht den Unterschied. Das hat der 30-Jährige oft genug bewiesen.

Neben dem Platz aber hat Max Kruse sich eigentlich angewöhnt, lieber zu schweigen. Ok, die TV-Interviews nach den Bundesligaspielen spult der Fußballer routinemäßig ab, schließlich gibt es da ja auch noch Verträge. Aber die ganz großen Interviews gibt der leidenschaftliche Pokerspieler selten. Sehr selten.

Aussagen mit Zündstoff

Nun hat Kruse eine Ausnahme gemacht. In einem an diesem Donnerstag erscheinenden Gespräch mit dem Magazin „11 Freunde“ spricht Kruse – und seine Aussagen bieten Zündstoff.

„Die jungen Spieler haben in der letzten Saison sehr viel mitgesprochen. Da kamen Widerworte in Momenten, in denen es wirklich fehl am Platz war. Weil jeder meinte, mitreden zu müssen, spiegelte sich das auch auf dem Platz wider“, berichtet Kruse davon, dass die Hierarchie innerhalb des Teams gefehlt habe. Es sei zwischendurch so gewesen, „dass jeder seine Meinung sagen wollte.“ Er finde es nicht falsch, wenn jeder sagt, was er denkt, aber: „Ein Team braucht einen Wortführer. Spieler, die den Takt vorgeben. Das hat uns letzte Saison ab und an gefehlt.“

Wechsel in die USA ein Thema

Ein Wechsel noch in diesem Sommer ist bei Max Kruse offenbar vom Tisch. Im kommenden Jahr könnte es für Werder Bremen aber schwierig werden, den 30-Jährigen zu halten. „Geben Sie mir ein bisschen Zeit“, sagt Kruse in dem 11-Freunde-Interview zu seinen Zukunftsplänen: „Ich werde nächstes Jahr 31, könnte 2019 erstmals ablösefrei wechseln, und ich war noch nie in meiner Karriere im Ausland. Da schlagen also zwei Herzen in meiner Brust.“

Der Offensivspieler kann sich gut vorstellen, noch einmal in den USA zu spielen. „Momentan ist es noch keine Option, aber ein, zwei Jahre würde ich dort gerne noch mal kicken“, sagte der Bremer. Kruses Sohn lebt bei seiner Mutter in Fort Myers im US-Bundesstaat Florida.

Auch wenn er es nicht deutlich ausspricht, scheint der Angreifer vor allem die Arbeit von Alexander Nouri, der nach dem ersten Drittel der Saison gehen musste, zu kritisieren. Der aktuelle Coach Florian Kohfeldt, so Kruse, „hat es jedenfalls geschafft, sehr schnell eine Struktur ins Team zu bekommen, die auch bitter nötig war.“ Man müsse nun in der Saisonvorbereitung daran arbeiten, „dass allen deutlicher wird, wer die Kommandos gibt.“

Kruse, der nach dem Abgang von Zlatko Junuzovic (RB Salzburg) zusammen mit Innenverteidiger Niklas Moisander erster Kandidat auf das Kapitänsamt ist, will so ein Wortführer künftig sein – anders sind diese deutlichen Aussagen kaum zu interpretieren. Sollte der Trainer ihn zum Spielführer benennen, würde er es gern machen, sagt Kruse in dem Interview: „Das Amt zeigt ja die Wertschätzung, die ein Spieler genießt.“ Er benötige die Binde aber nicht zwingend, um seine Meinung zu sagen. Im zweiten Bremer Trainingslager am Chiemsee (4. bis 10. August) ist der Ex-Nationalspieler als Gesprächsgast in einer Medienrunde angekündigt. Die Vermutung liegt nahe, dass Kruse dann als künftiger Kapitän präsentiert wird.

Kritik an sich selbst

Und so macht der Linksfuß auch nicht den Fehler, nur über die anderen zu reden, sondern spart nicht an Selbstkritik. Die Führungsspieler, er beziehe sich da mit ein, „sind in der Pflicht, dass wir in Sachen Teamführung weiterkommen, damit die Mannschaft künftig mehr Erfolg hat.“ Er selbst werde auf dem Platz schnell ungeduldig, wenn etwas nicht funktioniere: „Und dieser Unmut ist deutlich an meiner Mimik und Gestik ablesbar. Das ist nicht gut.“ Er wolle künftig mehr positive Energie ins Spiel bringen und souveräner auftreten.

Die Nationalelf habe er indes noch nicht abgehakt, auch wenn sein letztes Länderspiel im Oktober 2015 gewesen war. „So lange ich aktiv bin, wird es mein Ziel sein, in der Nationalelf zu spielen“, sagt Kruse. Die Zukunft werde zeigen, ob Bundestrainer Joachim Löw „noch einmal auf mich zurückgreift.“

Zeit, den Talenten den Weg aufzuzeigen, hat Kruse noch einige bis zum Saisonstart. An diesem Freitag (19 Uhr) testet Werder bei Zweitligist Arminia Bielefeld, am Sonntag (14.30 Uhr) beim niederländischen Erstligisten FC Groningen und am Montag (18.30 Uhr/in Lohne) gegen deren Ligarivalen VVV Venlo, ehe es an den Chiemsee geht. Auf den Härtetest am „Tag der Fans“ gegen den FC Villarreal (11. August, 14.30 Uhr) folgt die Pokalpartie bei Wormatia Worms (18. August, 15.30 Uhr). Beim Bundesligastart gegen Hannover 96 (25. August, 15. 30 Uhr) sollte Werder dann spätestens seine klare Hierarchie im Team hergestellt haben – Max Kruse wird darauf ganz genau achten.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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