Bremen - Selten hat man Peter Stöger so zufrieden gesehen, seitdem er Trainer des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund ist. Nach dem „besten Saisonspiel unter meiner Leitung“, dem furiosen 4:0 gegen Leverkusen am vergangenen Samstag, geht der Tabellendritte mit neuem Selbstvertrauen in das Auswärtsspiel an diesem Sonntag (18 Uhr) bei Werder Bremen.
„Ich sehe keinen Anlass, etwas zu ändern“, sagte Stöger am Donnerstag. Heißt, dass die zweitbeste Offensive der Liga im Weserstadion wohl mit Marco Reus, Mario Götze, Christian Pulisic, Jadon Sancho und Maximilian Philipp voll auf Angriff setzen wird.
Stöger, dem aufgrund der ansonsten durchwachsenen Saison das Aus im Sommer droht, wird damit auch wieder auf Kapitän Marcel Schmelzer verzichten. „Wir sind der BVB, da sitzen auch mal sehr gute Spieler auf der Tribüne“, wiegelte der Coach Nachfragen zu diesem Thema ab.
Mit 54 Punkten ist der BVB auf dem besten Weg in die Champions League. Stöger ist sich aber bewusst, dass sein Team an der Weser eine hohe Hürde überspringen muss: „Wir wissen, dass wir auf eine richtig gute Mannschaft treffen, die mit Trainer Florian Kohfeldt noch kein Heimspiel verloren hat.“
Diese Heimstärke wird gegen die Borussia und eine Woche später gegen Leverkusen noch zweimal auf harte Prüfsteine gestellt. „Ein sehr starker Gegner, eine Mannschaft mit brutaler individueller Qualität“, erwartet Kohfeldt. Er habe die Schwankungen des BVB in dieser Saison auch gesehen, „sie sind aber eine absolute Top-Mannschaft nicht nur in der Liga, sondern auch europaweit.“ Das wiederum ändere nichts an der Herangehensweise: „Wir wollen auch gegen Dortmund gewinnen.“
Die Abwehrsorgen des Bremer Trainers, dessen Team mit 37 Punkten den Klassenerhalt noch immer nicht ganz sicher hat, haben sich seit Freitag gelegt. Der angeschlagene Niklas Moisander ist einsatzbereit, Ludwig Augustinsson kehrt definitiv zurück. Fehlen werden indes die gelb-gesperrten Philipp Bargfrede und Florian Kainz.
Derweil laufen die Planungen für die neue Saison im Hintergrund. Luca Caldirola wird den Verein wohl verlassen. „Wir schauen gemeinsam, was im Sommer die beste Lösung ist. Das kann ein Abgang von ihm sein“, sagte Werders Sportchef Frank Baumann am Donnerstag.
Zlatko Junuzovic, der Anfang der Woche bekanntgegeben hatte, dass er Werder nach sechseinhalb Jahren verlässt, steht derweil vor einer Rückkehr in seine Heimat. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus Österreich gilt eine Unterschrift des 30-Jährigen bei Europa-League-Halbfinalist RB Salzburg nur noch als Formsache.
