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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Werders Lage nimmt dramatische Züge an

27.01.2020

Bremen Davy Klaassen wollte in der 65. Minute eigentlich nur retten, was noch zu retten war – und machte damit alles viel schlimmer. Nach einer Ecke der TSG Hoffenheim beförderte deren Stürmer Andrej Kramaric den Ball mit dem Rücken stehend in Richtung Tor von Werder Bremen. Kurz vor der Linie hatte Klaassen eigentlich noch genug Möglichkeiten, den Ball zu klären. Er traf ihn aber völlig falsch, produzierte eine unnötige Kerze und diese senkte sich – passend zu einer verkorksten Saison – genau in den eigenen Torwinkel. Eigentor, 0:1.

Kollektiv verunsichert

Viel schlimmer als der Rückstand erwies sich die kollektive Verunsicherung und Nervosität, die sich sofort breitmachte bei allen Grün-Weißen. Anstatt sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, gelang fortan gar nichts mehr, Werder wirkte dafür wie gelähmt.

So wurde aus einem bis dahin ordentlichen Auftritt im ersten Heimspiel des Jahres innerhalb weniger Minuten ein neuerliches Debakel, es kam knüppeldick für den Fußball-Bundesligisten von der Weser. 0:3 (0:0) hieß es nach ernüchternden 90 Minuten, damit bleibt Werder nach 19 Spieltagen nicht nur die schlechteste Heimmannschaft der Bundesliga (sechs Niederlagen in neun Spielen und nur ein Sieg), sondern rutscht immer tiefer in den Abstiegsstrudel. Die Hoffnung auf eine Trendwende nach dem 1:0 in der Vorwoche bei Fortuna Düsseldorf ist ebenfalls schnell wieder erloschen.

„Es war eine hektische Situation, ich wollte den Ball hoch schießen“, erklärte Klaassen später sein Eigentor. Der Niederländer wirkte gefasst, er sah eine gute erste Bremer Halbzeit, „dominierend, aber der letzte Schritt hat gefehlt“. Die eklatante Heimschwäche konnte aber auch er nicht erklären: „Letztes Jahr war das noch unsere Stärke, wir haben hier kaum ein Spiel verloren.“

Kuriose Gegentore

Nicht nur Klaassen, durch dessen Eigentor Werder zudem den neunten Gegentreffer nach einer Standardsituation in dieser Spielzeit kassierte (ebenfalls der schlechteste Wert aller Bundesligisten), sorgte für einen Slapstick-Moment an diesem Sonntagnachmittag. Auch das 0:2 durch ein Hacken-Tor von Christoph Baumgartner (79.) war reichlich kurios, weil sowohl Leonardo Bittencourt als auch Torwart Jiri Pavlenka nicht klären konnten und der Ball über die Linie trudelte. Das 0:3 durch Sargis Adamjan (83.) machte dann nicht nur Werders weiteres Heim-Desaster perfekt, sondern bedeutete, dass die Bremer mit insgesamt 44 Gegentreffern auch in dieser Kategorie Bundesliga-Schlusslicht sind.

„Das Ergebnis ist natürlich komplett daneben, aber bis zum 0:1 haben wir gut gespielt, finde ich. Wir waren die griffigere Mannschaft und dann hauen wir uns zwei Dinger selbst rein“, resümierte Winter-Zugang Kevin Vogt nach seinem misslungenen Heim-Debüt gegen seinen Ex-Verein. „Wir waren 60 Minuten das bessere Team, haben im letzten Drittel aber die falschen Entscheidungen getroffen. Es war heute ein Rückschlag, es tut mir leid für die Fans“, meinte indes Trainer Florian Kohfeldt und ordnete ein: „Wir wussten, dass Rückschläge kommen werden. Wir müssen diesen jetzt in Ruhe analysieren.“

Ein Angreifer fehlt

Was sowohl Kohfeldt als auch Klaassen und Vogt in ihren Bewertungen allerdings außer Acht ließen, war, dass Werder bis zum 0:1 zwar tatsächlich ordentlich im Spiel war und mehr Ballbesitz hatte, nach vorne aber jegliche Durchschlagskraft fehlte. Ein abgefälschter Schuss von Maximilian Eggestein (57.) und ein Abschluss von Milot Rashica (70.) waren die einzige beiden echten Torchancen der Bremer – viel zu wenig.

Einmal mehr wurde deutlich, dass Werder durch den langfristigen Ausfall von Niclas Füllkrug (Kreuzbandriss) ein richtiger Mittelstürmer fehlt. Joshua Sargent kann diese Lücke noch nicht füllen, Yuya Osako ist zudem völlig außer Form. Sobald der Ball in Richtung der gefährlichen Zone läuft, fehlen im Bremer Spiel die Präzision und Ideen. Bis zum 31. Januar hat Sportchef Frank Baumann nun noch Zeit, mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten eine Verstärkung zu finden.

Noch ein Ausfall

Zu allem Überfluss wird den verletzungsgeplagten Bremern in Marco Friedl ein weiterer Stammspieler im wichtigen Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg fehlen. Der Österreicher, der den noch länger verletzten Ludwig Augustinsson auf der linken Seite vertritt, sah die fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt.

„Wir müssen das jetzt schnell abhaken und nach vorn gucken“, forderte Vogt. Klaassen sagte angesprochen auf seinen Glauben an den Klassenerhalt noch einen Satz, der Werders dramatische Lage symbolisiert. „Wir haben alle das Vertrauen, das zu schaffen“, meinte der Niederländer – und fügte danach hinzu: „Aber nur Vertrauen ist nicht genug. Wir müssen das auch mal zeigen.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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