Bremen - Über die Zukunft von Florian Kohfeldt bei Werder Bremen wurde zuletzt mit jedem Sieg eifriger diskutiert, am Dienstag schuf der Verein Fakten. Der 35-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2021 beim Fußball-Bundesligisten, der mit dem Trainer-Aufsteiger wieder an erfolgreiche vergangene Zeiten anknüpfen will. Auch sein Funktionsteam – unter anderem mit dem ehemaligen Nationalspieler Tim Borowski und Thomas Horsch als Assistenten – wurde für die nächsten drei Jahre an den Verein gebunden.

„Florian hat mit seiner kommunikativen, transparenten und kritisch-konstruktiven Art großen Anteil am Entwicklungsprozess unserer Mannschaft. Er hat das Team mit klaren Vorstellungen und einer erkennbaren Philosophie aus einer schwierigen Situation herausgeführt. Wir sind davon überzeugt, dass er mit seinem Trainerteam in Zukunft diesen positiven Weg fortführen wird“, sagte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann.

In Bremen wächst etwas

Kohfeldt bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen: „Ich empfinde diese Entscheidung als hohe Wertschätzung meinem gesamten Trainerteam gegenüber und freue mich, dass wir auch in den kommenden Jahren die Zukunft des SV Werder Bremen mitgestalten können. Die vergangenen Monate haben mich in der Ansicht bestärkt, dass in der Mannschaft das Potenzial steckt, die positive Entwicklung fortzusetzen.“

Bereits am Sonntag hatte Kohfeldt nach dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt betont, dass er unbedingt weiter bei Werder bleiben will. Allerdings war da noch unklar gewesen, ob er überhaupt einen Vertrag für die nächste Saison besitzt. Umso überraschender, dass die Bremer nun von ihrer Maxime abwichen und bei der Vertragsverlängerung von Kohfeldt die Laufzeit bekanntgaben.

Der in Delmenhorst aufgewachsene Kohfeldt hatte Ende Oktober vergangenen Jahres zunächst auf Interimsbasis das Amt des Cheftrainers von Alexander Nouri übernommen. In 18 Spielen unter seiner Regie holten die Grün-Weißen 31 Punkte in der Bundesliga, rangieren aktuell auf Platz zwölf. Mit einem Sieg im Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Freitag (20.30 Uhr) wäre der Klassenerhalt wohl endgültig perfekt.

Die Bremer sind in der Rückrunde bislang das drittbeste Team. Gegen Frankfurt war Werder auch im neunten Heimspiel unter Kohfeldts Regie ungeschlagen geblieben. Neun Bundesliga-Heimspiele ohne Niederlage zum Beginn einer Traineramtszeit waren in Bremen zuvor nur Sepp Piontek und Otto Rehhagel geglückt.

Kohfeldt hatte in den vergangenen Wochen viel Lob für seine Arbeit erhalten. Zuletzt meinte Frankfurts Coach Niko Kovac über den Bundesliga-Novizen: „Florian hat die Mannschaft auf links gedreht und es geschafft, den Fußball spielen zu lassen, der Werder groß gemacht hat: attraktiv, dynamisch, erfolgsorientiert und diszipliniert.“

Kohfeldt, ehemaliger Torwart, ist seit 2001 bei Werder. Da es für die Profikarriere nicht reichte, arbeitete er früh im Jugendbereich als Trainer. Von 2014 bis 2016 war er Assistent vom damaligen Cheftrainer Victor Skripnik. Nach dessen Beurlaubung wurde Kohfeldt Trainer der U23, ehe er zu den Profis aufstieg. 2015 hatte er die Fußballlehrer-Lizenz als Jahrgangsbester abgeschlossen.