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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Trainer und Sportchefs sticheln schon vor Duell

05.10.2019

Bremen /Frankfurt Es gibt sie noch, die verbalen Scharmützel, die in Zeiten der gezielten Medienschulung von Trainern und Spielern immer weniger werden im Profifußball. Protagonisten in diesem Fall: Fredi Bobic, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, und sein Trainer Adi Hütter auf der einen Seite. Und Frank Baumann, Sportchef von Werder Bremen, sowie Coach Florian Kohfeldt auf der anderen Seite. Der Zeitpunkt? Kurz vor dem direkten Duell an diesem Sonntag (18 Uhr) von zwei Teams, die in den Europapokal wollen – und die wissen, dass der Gegner eine jener Mannschaften hat, die man dafür am Saisonende hinter sich lassen sollte.

Doch der Reihe nach. Runde eins eröffnete Frankfurts Hütter. Der packte vor einigen Tagen ungewöhnlich offen darüber aus, dass er sich im Herbst 2017 an einem geheimen Ort mit Baumann getroffen habe. Werder suchte damals einen Trainer, weil Alexander Nouri freigestellt worden war – und Hütter hatte mit seiner fantastischen Arbeit bei den Young Boys Bern in der Schweiz Aufmerksamkeit erregt. So tauschten sich beide aus mit dem Ergebnis: Hütter sah seinen Weg in Bern noch nicht beendet und sagte ab. Oder offensiv formuliert: Werders heutiger Coach heißt Kohfeldt, weil Frankfurts aktueller Trainer Hütter vor zwei Jahren noch keine Lust auf Werder hatte.

In Runde zwei setzte Bobic seinen Wirkungstreffer. Der Sportvorstand äußerte sich in einem Interview mit dem „Weser-Kurier“ zwar sehr positiv über Kohfeldt, kam dann aber aus der Deckung und monierte das temperamentvolle Wesen des Bremer Trainers: „Wenn er den Job 20, 30 Jahre machen möchte, muss er aufpassen, dass er mit der Art nicht nach fünf Jahren fertig ist. Körperlich fertig, für das Herz ist das nicht gut. Aber: Das ist eine Frage der Erfahrung, das muss man ihm zugestehen.“

Am Freitag läutete der Gong zur dritten Runde, in der die Bremer zum Konter ansetzten – und während einer ziemlich locker reagierte, merkte man dem anderen an, dass er überhaupt nicht glücklich mit den Aussagen war. Kohfeldt, der Lockere, flachste als Reaktion auf Bobic’ Worte über seinen „zeitintensiven Job“ und dass er seine „sportlichen Aktivitäten an den Spielfeldrand verlegen“ müsse. Er fühle sich aber „medizinisch in guten Händen“ – da braucht sich in Frankfurt also keiner Sorgen drum machen.

Baumann dagegen erhöhte die Schlagzahl spürbar. Er bestätigte, dass es damals ein „unverbindliches, vertrauliches Gespräch“ gegeben habe – mit der Betonung auf vertraulich. Dass Hütter dieses nach außen trage, müsse „jeder für sich bewerten“. Das – und da spannte Baumann den Bogen zu den Aussagen von Bobic – „betrifft auch die Ratschläge an Trainer von anderen Clubs“. Für Kohfeldt jedenfalls habe er sich damals ganz bewusst entschieden, „und wie man heute nachvollziehbar weiß und festhalten kann: Wir haben unsere Entscheidung nicht bereut.“

Bremen und Frankfurt waren sich vor allem in der jüngeren Vergangenheit oftmals ganz nahe. 2016 zum Beispiel, als Werder am 34. Spieltag die Frankfurter durch ein Tor von Papy Djilobodji in der 88. Minute mit 1:0 besiegte, so sich selbst vor der Abstiegs-Relegation rettete und die Hessen in eben jene stürzte. Oder auch im Sommer dieses Jahres, als die Frankfurter in der Abschlusstabelle mit 54 Punkten auf Rang sieben landeten – einen Platz und nur einen Punkt vor Werder, das sein Ziel Europa League dadurch nur hauchdünn verpasste, während die Eintracht zum zweiten Mal in Folge auf Europas Bühne spielen darf.

Es ist also zuletzt so etwas wie eine brisante Rivalität zwischen beiden Vereinen entstanden. Die Protagonisten wissen, dass sie auch am Ende dieser Spielzeit in der Tabelle wieder ganz eng beisammen stehen könnten. Da kann ein Erfolg im direkten Duell – auch wenn es erst der siebte Spieltag ist – bereits eine ganz wichtige Bedeutung einnehmen. Das Scharmützel vor dem Duell zeigt jedenfalls, dass die Fans sich auf eine intensive und emotionale vierte Runde an diesem Sonntag in Frankfurt freuen können.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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