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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Fußball-Bundesligist Werder Bremen: Nur ein Gewinner unter vielen Verlierern im Kader

28.12.2019

Bremen Die Feiertage mit ihren Familien dürften den Fußballern von Werder Bremen gut getan haben. Endlich mal abschalten nach der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte. Den Kopf frei bekommen nach einem desaströsen wie peinlichen Dezember, der den Bundesligisten von der Weser bis auf Abstiegsplatz 17 abrutschen ließ. Und den Körper erholen, bevor es in der Vorbereitung ab dem 2. Januar darum geht, sich bestmöglich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten.

Vier Niederlagen in Serie, kein einziges Tor gegen Paderborn (0:1), Mainz (0:5) und Köln (0:1) – mit so einer rasanten Talfahrt hatten sie in Bremen nicht gerechnet. Dort einen Gewinner im Kader zu finden, ist wahrlich schwierig, es gibt aber diesen einen. Es überwiegen gleichwohl die vielen Verlierer.

Der Gewinner

Milot Rashica lenkt sich aktuell mit einem Kurztrip nach Dubai ab – und auch wenn er sich nach dieser Hinrunde selbst kaum als Gewinner bezeichnen würde, lassen sich seine Zahlen sehen. Sieben Tore, drei Vorlagen – die „Rakete“ ist der einzige Werder-Profi, der den anfangs der Saison formulierten europäischen Ansprüchen genügte. Der 23-jährige Kosovare ist dank einer weiteren Zahl ein klarer Gewinner: Er steigerte seinen Marktwert laut des Portals „transfermarkt.de“ im letzten Halbjahr von 20 auf 35 Millionen Euro. Einzig Serge Gnabry (München, +20 Mio.), Jadon Sancho (Dortmund, +20 Mio.), Denis Zakaria (+17 Mio.) und Marcus Thuram (beide Gladbach, +16 Mio.) machten in der Bundesliga einen größeren Satz nach oben. Rashica wird im kommenden Sommer kaum zu halten sein. Champions-League-Teilnehmer wie Borussia Dortmund und RB Leipzig sowie einige Premier-League-Clubs sollen ein konkretes Interesse an dem pfeilschnellen Außenstürmer haben. Zumindest die chronisch klamme Bremer Vereinskasse wird er dann ordentlich auffüllen.

Die Verlierer

Wie beschrieben gibt es im Bremer Aufgebot eigentlich nur Verlierer. Stellvertretend für jeden Mannschaftsteil benennt die NWZ einen – und kommt zusätzlich auch um den Trainer und den Sportchef nicht herum.

Jiri Pavlenka: Dass sich ein gestandener Torhüter von der kollektiven Verunsicherung so anstecken lässt, ist überraschend. Der 27-jährige Keeper war in der Hinrunde nach zuvor zwei starken Jahren an der Weser ein Unsicherheitsfaktor, strahlte kaum einmal die Klasse eines tschechischen Nationaltorwarts aus. Dazu kamen grobe Patzer, wie beim 2:2 gegen den SC Freiburg.

Niklas Moisander: Der Kapitän repräsentiert ein Problem des gesamten Bremer Aufgebots. Er ist mit 34 Jahren recht alt und damit verletzungsanfällig. Der finnische Verteidiger stand in nur sechs Partien in der Hinrunde auf dem Platz, plagte sich sehr lange mit einer Muskelverletzung herum. Bei seinen Einsätzen leistete er sich zudem für ihn unübliche Schnitzer wie zuletzt vor dem entscheidenden 0:1 in Köln. Keine Spielpraxis, kein Anführer – Moisander muss sich in der Rückrunde deutlich steigern.

Maximilian Eggestein: Im März noch für die A-Nationalmannschaft nominiert und im Sommer mit der U 21 im EM-Finale gestanden, spielte der 23-Jährige eine ganz schwache Hinrunde. Eggestein wirkte erst überspielt, dann überfordert und irgendwann völlig verunsichert. Kein Tor gelang dem in der Vorsaison noch so schussgewaltigen Mittelfeldmann, sein Marktwert fiel von 30 auf 23 Millionen – die größte Abwertung in Werders Kader. Von der DFB-Elf ist Eggestein aktuell so weit entfernt wie Werder vom gesicherten Mittelfeldplatz.

Claudio Pizarro: Der Jubel war groß, als die Clublegende am 34. Spieltag der vergangenen Saison auf der Videoleinwand im Weserstadion seine Vertragsverlängerung bekanntgab. Noch ein Jahr Pizarro, noch ein Jahr die Tore dieses genialen Schlitzohrs. Nach der Hinrunde bleibt die Frage: Hat Werder zu sehr auf die Fußball-Romantik gehört? Man merkt Pizarro seine 41 Jahre auf dem Platz mehr an als noch in der Vorsaison. Kein Tor, keine Vorlage, wenig Einsatzminute – darauf zu hoffen, dass der Pizza-Express in der Rückrunde wieder liefert, ist ein kühner Gedanke.

Florian Kohfeldt: Was vor wenigen Wochen noch undenkbar war: Der Trainer ist bei seinen eigenen Fans nicht mehr unantastbar. Dem Senkrechtstarter unter den Fußball-Lehrern schien bei Werder alles zu gelingen, aus ganz Deutschland prasselte Lob auf den 37-Jährigen ein. Der größte Vorwurf der Kritiker an Kohfeldt: Er redete seine Mannschaft zu lange stärker als sie war, hielt an der offensiven Spielidee mit viel Ballbesitz zu lange fest und sah sein Team trotz aller Misserfolge auf dem richtigen Weg. Erst im tristen Dezember schlug der Coach eine Kursänderung ein und rauere Töne an. Nun muss er zeigen, dass er eine völlig verunsicherte Mannschaft vor dem Abstieg bewahren kann. Sein Rückhalt im Verein ist indes ungebrochen. Sowohl Sportchef Baumann als auch Aufsichtsratsboss Marco Bode würden mit ihrem Trainer auch in Liga zwei gehen, betonten sie zuletzt.

Frank Baumann: Noch kritischer als Kohfeldt wird von vielen Anhängern die Rolle Baumanns beurteilt. Der Kern-Vorwurf: Der Sportchef hat einen zu alten und verletzungsanfälligen Kader zusammengestellt. In Pizarro (41), Moisander (34), Theodor Gebre Selassie (33), Fin Bartels (32), Sebastian Langkamp (31), Nuri Sahin (31), Philipp Bargfrede (30), Ömer Toprak (30) und Christian Groß (30) stehen gleich neun Spieler im Aufgebot, die der Ü-30-Fraktion angehören. Im Sturmzentrum setzte Baumann große Hoffnungen in die Verpflichtung von Niclas Füllkrug, doch der schon zuvor von vielen Knieblessuren geplagte Angreifer fiel mit einem Kreuzbandriss frühzeitig aus. Baumanns Aufgabe in der Winterpause: Mit erneut wenig finanziellen Mitteln zwei bis drei echte Verstärkungen finden, die Werder im Abstiegskampf direkt helfen – und nicht so verletzungsanfällig sind wie viele Profis im aktuellen Kader.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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