• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Dieses Stadion wird umbenannt

01.06.2019

Bremen Als im Juli 2005 in Bremen die Straße „Am Weserstadion“ in „Franz-Böhmert-Straße“ umbenannt wurde, kursierte in vielen Online-Gästebüchern (die waren vor dem Aufschwung der sozialen Netzwerke einige Zeit lang groß in Mode) eine etwas böswillige Unterstellung. Die Umbenennung erfolge nicht nur, um den 2004 verstorbenen langjährigen Präsidenten von Werder Bremen zu ehren. Nein, so schrieben manche Nutzer, sie mache auch den Weg zu einer Stadionumbenennung frei.

Denn ein Stadion, das den Namen eines Sponsors trage, könne ja schlecht an der Straße „Am Weserstadion“ liegen. Da sei der Gegensatz zum traditionsreichen Namen zu sichtbar und zu groß. Eine mit einem Sponsoren-Namen versehene „Arena“ könne dagegen sehr wohl die neue Adresse „Franz-Böhmert-Straße“ haben.

Die reichlich respektlose Annahme erwies sich damals als Trugschluss, 14 Jahre lang hieß die Werder-Heimstätte trotz Straßen-Umbenennung weiterhin nur „Weserstadion“. Doch das ist nun vorbei: Nach Angaben des Online-Portals „Mein Werder“ und der „Bild“-Zeitung trägt Werder ab der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga seine Heimspiele im „Wohninvest Weserstadion“ aus. Die Bremer werden demnach die Namensrechte für die kommenden zehn Jahre an das Immobilien-Unternehmen Wohninvest Holding GmbH aus Fellbach in Baden-Württemberg abtreten. Der Club wird dafür jährlich drei Millionen Euro erhalten, insgesamt also 30 Millionen Euro. Werder wollte sich dazu am Freitag nicht äußern.

Allerdings wird das Geld nicht direkt an den Bundesligisten fließen, sondern an die Bremer Weserstadion Gesellschaft (BWS), die zu je 50 Prozent der Stadt und dem Verein gehört. Denn nach den Umbaumaßnahmen bis 2011 muss die Gesellschaft weiterhin Kredite von bis zu 70 Millionen Euro abtragen.

Bis 2018 besaß das Oldenburger Versorgungsunternehmen EWE die Namensrechte und zahlte Werder für ein Sponsoring-Paket, das noch über diese Rechte hinausging, pro Jahr drei Millionen Euro. Den Stadionnamen ließ die EWE aber unverändert. Zum einen wollte der Versorger den traditionsreichen Namen erhalten, zum anderen wäre eine Umbenennung kompliziert gewesen: Denn in Bremen ist die EWE vor allem über ihre Tochter Stadtwerke Bremen (swb) aktiv. Mit einem „EWE-Stadion“ hätte das Unternehmen also bei swb-Kunden in Bremen für Unverständnis gesorgt, mit einem „SWB-Stadion“ hätte sich die EWE unter Wert verkauft, da die Stadtwerke Bremen nur einen Teil ihrer Aktivitäten darstellen.

Nach dem gleichen Prinzip, also dem Kauf der Namensrechte und ihrer Nicht-Anwendung, verfährt beim Zweitligisten Hamburger SV der Mäzen und Gesellschafter Klaus-Michael Kühne. So heißt die Hamburger Arena, die im Laufe der Jahre drei verschiedene Sponsorennamen getragen hatte, seit 2015 wieder Volksparkstadion.

Die Bremer kündigten in den vergangenen Jahren immer wieder an, über den Verkauf des bei den Anhängern so beliebten Stadionnamens Weserstadion nachdenken zu müssen. „Wir haben das Thema ,Naming-Right‘ ganz oben auf unserer Agenda. Es gibt den kreativen Weg mit einer Partnerschaft, bei der der Name Weserstadion erhalten bleiben kann oder aber den klassischen Weg, das Namensrecht an ein Unternehmen zu verkaufen“, hatte Aufsichtsratschef Marco Bode zuletzt gesagt: „Das kommt natürlich auch auf die Interessen unseres künftigen Partners an, denn er bezahlt ja auch Geld für sein Engagement.“

Jetzt hat sich für den Verein eine passende Gelegenheit ergeben. Eine deutliche Ticketerhöhung schloss Werder zuvor aus. Damit besitzen in der Bundesliga nur noch Hertha BSC (Olympiastadion), Aufsteiger Union Berlin (Stadion An der Alten Försterei) und Borussia Mönchengladbach (Borussia-Park) die ursprünglichen Stadionnamen.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2030
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.