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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Grün-Weiße gehen in entscheidende Partien: Das Macht Werder vor Schlüsselspielen Mut

01.03.2021

Bremen Es sind nur neun ganz besonders wichtige Tage, die jetzt vor Werder Bremen liegen. Aber diese neun Tage können den weiteren Verlauf der Saison so entscheidend beeinflussen wie keine andere Phase in den Monaten zuvor. Im besten Fall erreichen die Bremer das Halbfinale des DFB-Pokals und machen danach den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gegen zwei direkte Konkurrenten so gut wie perfekt. Im schlechtesten Fall blamiert sich Werder erst im Pokal beim Zweitligisten Jahn Regensburg an diesem Dienstag (18.30 Uhr/Sport 1) und wird danach vom 1. FC Köln und Arminia Bielefeld wieder tief in den Abstiegskampf hineingezogen.

Die Grenzen zwischen hohem Jubel und tiefem Fall liegen also dicht beieinander. Doch der 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am Freitagabend hat gezeigt, dass Werder das Spiel mit Grenzen drauf hat – und auch mal über die eigenen hinausgehen kann.

An Abseitsgrenze

Vier Tore schoss Werder, viermal griff der Videobeweis ein. Beim Stand von 0:1 gegen zunächst überlegene Gäste, die durch André Silva trafen (9. Minute), schoss Joshua Sargent vor der Pause das vermeintliche 1:1. Bei der Vorarbeit stand jedoch Milot Rashica im Abseits. Entscheidung: eindeutig. Beim tatsächlichen 1:1 durch Theodor Gebre Selassie (47.) hob der Assistent die Fahne. Erneut meldete sich der „Kölner Keller“. Entscheidung: eindeutig kein Abseits. Beim 2:1 von Sargent (62.) hob der Assistent nicht die Fahne. Werder jubelte, Frankfurt protestierte, der Video-Assistent griff ein. Entscheidung: kein Abseits, dieses Mal ganz und gar nicht eindeutig. Die Entscheidung blieb aber stehen. Werder schoss sogar das 3:1 durch Romano Schmid, auch dieses Mal hob der Assistent die Fahne. Videobeweis, Entscheidung eindeutig: knapp Abseits von Sargent bei der Vorarbeit.

An Fairness-Grenze

Während Werder also das Spiel an der Abseitsgrenze gewann, wähnten sich beide Seiten an der Fairness-Grenze. „Man muss sich im Klaren sein, dass eine Spannung entsteht, wenn vorher Worte von Spielern untereinander gewählt werden“, erklärte Kohfeldt. Was er meinte: Frankfurts Martin Hinteregger hatte vor einigen Wochen ein Interview gegeben, in dem er sagte, er spiele besonders gerne gegen Spieler wie Bremens Davie Selke (der 90 Minuten auf der Bank saß), „weil ich weiß, ich bin besser, um ihm zu zeigen: Hey, was bist du eigentlich für einer?“ Die Stimmung war also aufgeladen, dann heizten die vielen knappen Abseitsentscheidungen sowie der Fakt, dass es vor Frankfurts Tor keine Ecke für die Hessen hätte geben dürfen, die Atmosphäre weiter auf. Kohfeldt redete permanent auf den Schiedsrichter und den Vierten Offiziellen ein, auch ansonsten machte Werder von der Tribüne aus (Betreuer und Reservisten) reichlich Stimmung. Das nervte die Eintracht so sehr, dass sie zum einen ihren Spielplan verlor und zum anderen immer frustrierter wurde. Folge waren mehrere Rudelbildungen, in denen die Spieler heftig aneinandergerieten und verbale Giftpfeile nach dem Spiel. „Wir haben sehr entspannte Heimspiele gehabt. Da muss sich die Eintracht auch fragen, warum es nur bei ihnen so ist“, entgegnete Kohfeldt.

Über Leistungsgrenze

Werders Plan war nach schwachen ersten 25 Minuten aufgegangen. Kratzen, kämpfen, beißen – so wurden die Gastgeber immer besser und erspielten sich gute Chancen. Weil Frankfurt nach verlorenen Zweikämpfen recht offen hinten stand, strahlte Werder mehr Torgefahr als zuletzt aus und gewann verdient gegen jenes Team, das zuvor elf Mal in Serie nicht unterlegen war. Werder stand defensiv gut, war im Mittelfeld giftig und im Angriff gefährlich. Rashica und Sargent zeigten überdurchschnittlich gute Leistungen in der Offensive.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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