Bremen/Hannover - Mit einem Sieg bei Hannover 96 an diesem Freitag (20.30 Uhr) könnten die Fußballer von Werder Bremen wohl alle Abstiegssorgen beiseite legen und zudem ihre derzeitige Position als bester norddeutscher Bundesligist ausbauen. Die Gastgeber, der VfL Wolfsburg und der Hamburger SV liegen inzwischen hinter den Bremern.

Die beiden Trainer André Breitenreiter (Hannover) und Florian Kohfeldt (Bremen) kennen sich gut. Als Breitenreiter einst beim SC Paderborn arbeitete, absolvierte Kohfeldt ein Praktikum bei ihm. „Größtes Lob an Florian. Er hat gut zugehört damals“, sagt Breitenreiter nun mit einem Augenzwinkern. Die Bilanz der vergangenen Monate spricht für den Jüngeren: Als der 35-jährige Kohfeldt im Herbst 2017 bei Werder den Posten übernahm, war Bremen Tabellenvorletzter und Hannover Vierter. Nun steht Werder als Tabellenzwölfter unmittelbar vor der Rettung, während Breitenreiter (44) und sein Team noch immer zittern müssen. Das Hinspiel in Bremen, das Werder mit 4:0 gewann, war zudem die Heimpremiere von Kohfeldt als Werder-Chefcoach.

Ein solcher Befreiungsschlag würde den 96ern guttun. Sie haben die jüngsten fünf Punktspiele alle verloren und steuern auf einen unrühmlichen Rekord zu. Sechsmal am Stück hat in dieser Saison noch kein Bundesligist verloren.

„Wir sind ein bisschen im freien Fall und suchen noch den Fallschirm“, sagt Kapitän Pirmin Schwegler. „Es ist nicht alles schlecht. Wir haben einen Negativtrend, aber wir müssen positiv herangehen, dann haben wir eine große Chance“, erklärt Breitenreiter. Mit sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang hat Hannover zwar weiter ein stabiles Polster, doch am 29. Spieltag treffen an diesem Wochenende mit Köln und Mainz sowie Freiburg und Wolfsburg gleich vier Konkurrenten aufeinander. Irgendjemand von den gefährdeten Teams wird also Punkte sammeln. Breitenreiter: „Wir wollen punkten. Wenn wir punkten, ist es egal, was die anderen machen.“

Kohfeldt warnt sein Team davor, sich von den zuletzt schwachen Ergebnissen der Gastgeber blenden zu lassen. „Hannover ist eine sehr flexible, konterstarke Mannschaft, die viel Pech hatte in den letzten Wochen“, sagt der Werder-Trainer. Wegen der relativ geringen Entfernung von rund 120 Kilometern werden viele Werder-Unterstützter ihr Team begleiten. Die Bremer rechnen damit, dass etwa 5500 Fans mit nach Hannover reisen.