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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Torjäger mit Heimat im Herzen

03.12.2019

Bremen In der 83. Minute machte Milot Rashica etwas, das zum einen sehr gut, zum anderen aber so gar nicht zu ihm passte. Der Angreifer von Werder Bremen erzielte das 3:2 beim VfL Wolfsburg und damit den entscheidenden Treffer – schon wieder, muss man über den 23-jährigen Senkrechtstarter des Fußball-Bundesligisten inzwischen sagen. Was in diesem Fall anders war? Am Ende seines schnellen Sprints über die linke Seite knickte Rashica nicht mit der für ihn so typischen Bewegung nach rechts ab, um seine Gegenspieler stehen zu lassen und dann mit seinem starken rechten Fuß abzuschließen. Stattdessen schob er den Ball ganz schnörkellos und präzise mit seinem schwachen linken Fuß in die lange Ecke hinein.

Für Werder ist der Kosovare mit seinen vielen starken Aktionen längst zu Mr. Unverzichtbar geworden. In neun Bundesligaspielen kam Rashica in dieser Saison zum Einsatz, erzielte dabei sechs Tore und gab drei Vorlagen. In seinen letzten zwölf Pflichtspielen war er an zwölf Treffern direkt beteiligt – war in der Vorsaison noch Max Kruse der Bremer Unterschiedspieler, ist es jetzt Milot Rashica. „Das Team vertraut mir und ich werde immer selbstbewusster“, sagte der Torjäger über seine Formstärke.

„Milot ist einer, der Spiele entscheiden kann. Und das findest du nicht so häufig“, sagte Trainer Florian Kohfeldt über seinen Schützling, für den die Bremer im Januar 2018 sieben Millionen Euro an Vitesse Arnheim überwiesen haben. Längst ist Rashicas Marktwert explodiert, Vereine aus der englischen Premier League sollen ihn bereits gezielt beobachten. Mehr als 20 Millionen Euro dürfte er den Bremern bei einem Verkauf garantiert einbringen. Er ist ein Mann „der Geschwindigkeit, des Torabschlusses, auch des Passspiels“, lobte Trainer Florian Kohfeldt den Matchwinner nach dem ersten Erfolg nach acht sieglosen Partien.

Rashica selbst nutzte seinen Gala-Auftritt mit den Treffern per Elfmeter in der 13. Minute und dem Siegtor in der 83. Minute für eine schöne Geste in Richtung Heimat. Mit dem symbolisches Formen eines Adlers, des Wappentiers der albanischen Flagge, durch seine Hände vor der Brust erinnerte er an das verheerende Erdbeben auf dem Balkan, bei dem vor einer Woche mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen und viele Häuser komplett zerstört worden waren. „Es ist eine sehr traurige Situation für alle Menschen aus dem Kosovo und Albanien. Wir versuchen, uns alle gegenseitig zu helfen. Wir stehen alle zusammen und hoffen, dass die guten Tage für uns wiederkommen werden“, kommentierte er seinen Jubel.

Rashicas Werdegang ist eng mit beiden Ländern verbunden. In der Jugend durchlief der Rechtsfuß alle U-Nationalmannschaften Albaniens, seit der vollständigen Aufnahme des Kosovo durch den Weltverband Fifa und den Europäischen Fußballverband Uefa trägt er das Trikot des noch jungen Staates und steht mit diesem als Leistungsträger in den Playoffs zur Fußball-EM 2020.

Ansonsten lässt die „Rakete“, wie er in Bremen genannt wird, lieber seine Leistungen als seinen Torjubel sprechen. „Der Sieg ist eine große Motivation und bedeutet sehr viel für uns. Ich hoffe, das ist heute ein Wendepunkt und wir holen noch ein paar Siege bis zum Winter“, meinte er zur Bremer Lage. Mit nun 14 Punkten hat Werder sich etwas Luft im Tabellenkeller geschafft, mit einem Heimerfolg am kommenden Sonntag (18 Uhr) gegen den Tabellenletzten SC Paderborn könnte der Wolfsburg-Dreier vergoldet werden.

Sein Team habe gezeigt, „offensiv und defensiv gut spielen und Tore schießen“ zu können, sagte Rashica und betonte mit Blick auf den Negativlauf: „Es ist nicht so, dass wir schlecht gespielt haben, wir haben einfach unglückliche Gegentreffer bekommen.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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