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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Unzufrieden, Ungeduldig, Unsicher: Wie sich das Stimmungstief bei Werder zusammensetzt

22.10.2021

Bremen Am Donnerstag stand Niclas Füllkrug wieder mit seinen Kollegen auf dem Trainingsplatz. Die dreitägige Freistellung des Stürmers von Werder Bremen wegen eines Kabinen-Streits mit Clemens Fritz (Leiter Profifußball) nach dem 0:3 in Darmstadt ist beendet, da sich der 28-Jährige in einem Gespräch als „sehr einsichtig“ präsentiert habe, wie Sportchef Frank Baumann betonte: „Er hat die Reaktion gezeigt, die wir uns vorgestellt haben.“ Füllkrugs Freistellung ist also Geschichte – das Stimmungstief an der Weser nicht. Die Gründe, warum es rund um Werder nach zehn Spieltagen in der 2. Fußball-Bundesliga so unruhig ist, setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen.

1. Unzufriedenheit: Der Ursprung aller Anspannung ist die Unzufriedenheit im Verein. Der Stachel des Abstiegs sitzt noch tief, der Frust bei Fans und Verantwortlichen über den ersten Absturz in die Zweitklassigkeit seit 41 Jahren ist noch spürbar. Ein Traumstart in Liga zwei hätte die Stimmung kippen lassen können, doch vom ersten Spiel an (1:1 gegen Hannover 96) läuft es mal besser, mal schlechter – auf jeden Fall aber zu unbeständig, um als Aufstiegsanwärter zu gelten. Hinzu kommt die Unzufriedenheit einzelner Akteure, wie die von Füllkrug, die nun nach außen gedrungen ist.

2. Ungeduld: Füllkrugs verbaler Ausfall gegenüber Fritz steht stellvertretend für die Ungeduld, die im Verein wächst. Der torlose Stürmer war zunächst ruhig, ertrug sein Joker-Dasein. Mit jedem Spiel wuchs seine Ungeduld, nun brach sie sich Bahn. Dies lässt sich problemlos auf den SV Werder übertragen. Dass es nach dem Abstieg und dem personellen Umbruch mit dem neuen Coach Markus Anfang nicht von Beginn an laufen würde, war an der Weser klar. Deswegen reagierte man auf erste Enttäuschungen zunächst gelassen, sprach von Wiederaufbau und dass man Trainer sowie Team Zeit geben müsse. Nun sind aber schon zehn Spieltage gespielt, Werder hängt mit 14 Punkten auf Platz zehn im Mittelfeld fest – und die Leistungen wurden zuletzt immer mauer. Weil die Zeit für einen Aufschwung drängt, wachsen Ungeduld und Druck, was Anfangs Aussage nach dem Darmstadt-Debakel untermauert: „Wir sagen, dass wir eine junge, entwicklungsfähige Mannschaft haben. Aber dann müssen wir uns auch entwickeln. Das Spiel heute war weit weg von dem, was die Mannschaft spielen kann.“ Erstmalig hatte er sein Team nicht ausdrücklich in Schutz genommen.

3. Unsicherheit: Mit jedem Spieltag wachsen nicht nur Unzufriedenheit und Ungeduld, sondern auch die Unsicherheit. Sowohl Spieler als auch Verantwortliche werden sich Fragen stellen, die in den Köpfen herumgeistern und die Stimmung angespannter machen. Kann der Bremer Kader von der Qualität her wirklich im ersten Drittel der 2. Liga mitspielen? Warum kommt das personell vermeintlich besser besetzte Team gegen kampfstarke Gegner wie Dresden (0:3) und Darmstadt (0:3) nicht zurecht? Passt der im Vergleich zu Vorgänger Florian Kohfeldt kantigere Typ Anfang nach Bremen? Wie schwer wiegt – vor allem finanziell – ein weiteres Jahr Zweitklassigkeit? Wie weit würde eine zweite Saison im Unterhaus Werder vom Ziel Oberhaus entfernen? Diese Zweifel können nicht nur Spieler, sie können einen Verein lähmen. Der Weg aus dem Stimmungstief wird ein langer. Und er lässt sich wie so oft im Sport nur durch Erfolge beschleunigen. An diesem Sonntag (13.30 Uhr/Sky) reisen die Bremer zum Drittletzten SV Sandhausen. Mit in ihrem Schwerlast-Gepäck haben sie dann: Unzufriedenheit, Ungeduld und Unsicherheit.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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