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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Kohfeldt darf sich bis zur Winterpause bewähren

11.11.2017

Bremen Werder Bremen hat die Trainersuche abgebrochen und versucht es zum dritten Mal nacheinander mit dem Coach der zweiten Mannschaft. Florian Kohfeldt bleibt bis mindestens zum Ende des Jahres Trainer des Fußball-Bundesligisten. Der 35-Jährige hat dabei die Chance, sich für ein weiteres Engagement zu empfehlen. Der bisherige Coach der U23 hatte nach der Trennung von Alexander Nouri das Erstligateam zunächst als kurzfristige Interimslösung übernommen und wurde am Freitag vorläufig zum Cheftrainer befördert.

„Wir sind der Überzeugung, dass Florian seine Arbeit mindestens bis zur Winterpause fortsetzen soll“, sagte Manager Frank Baumann in einer Werder-Mitteilung. „Er hat diese Chance verdient, weil er in den vergangenen Tagen mit seiner Arbeit alle positiven Einschätzungen bestätigt hat.“ Das erste Punktspiel unter Kohfeldt verlor Werder allerdings mit 1:2 bei Eintracht Frankfurt. Am Sonntag in einer Woche empfangen die Bremer Hannover 96.

„Florian war in den vergangenen Tagen die Benchmark auf der Suche nach einem neuen Verantwortlichen. In den Gesprächen hat uns kein verfügbarer Kandidat mehr überzeugt als er“, sagte Baumann. Seit dem Ende der Nouri-Ära vor nicht einmal zwei Wochen hatte es unter anderem Spekulationen über Lucien Favre, Thomas Tuchel, Bruno Labbadia und Adi Hütter gegeben.

„Jetzt gilt unsere volle Konzentration den restlichen Spielen bis zur Winterpause. Florian Kohfeldt soll die Mannschaft aus dem Tabellenkeller führen“, sagte Baumann. Werder steckt als Vorletzter mit lediglich fünf Punkten wieder einmal tief im Abstiegskampf.

„Es ist trotz der schwierigen Situation eine große Chance für mich und für jeden Spieler“, zitierte der Verein den Trainer. „Der SV Werder Bremen hat eine Mannschaft, die besser ist als es die Tabelle zeigt und das muss jeder von uns auch auf dem Platz zeigen.“

Seit dem Ende der langen Ära von Thomas Schaaf scheiterten in Bremen Robin Dutt, Viktor Skripnik und zuletzt auch Nouri als Werder-Trainer. Dabei waren Skripnik und Nouri zuvor für die U23 zuständig - so wie Kohfeldt. Beide hielten zunächst die Klasse, aber beide scheiterten bei dem Versuch, Werder wieder langfristig zu stabilisieren.

Kommentar

Lars Blancke

Erst Skripnik, dann Nouri, jetzt Kohfeldt: Allen schlechten Erfahrungen zum Trotz wagt Sportchef Frank Baumann es, zum dritten Mal in Folge einen Trainer aus der Zweiten zu befördern und einen Neuling in Liga eins zu bringen.

Mutig, werden einige sagen. Zu viel Risiko, die anderen. Baumann bleibt sich jedenfalls treu, geht erbittert seinen Weg, auf Personen zu setzen, die die grün-weiße Luft an der Weser bereits geschnuppert haben.

Kohfeldt mag ein Trainertalent sein und neue Impulse setzen. Der 35-Jährige startet jedoch mit der Bürde, mit der Bremer Reserve seine letzten zehn Spiele nicht gewonnen sowie sein Debüt bei den Profis verloren zu haben. Dass Werder zudem offenkundig tagelang nach einer anderen Lösung suchte, diese aber einfach nicht fand, schwächt seine Position zusätzlich. Schon nach der ersten Niederlage unter Kohfeldt sind die Rufe nach einem erfahrenen Coach vorgezeichnet.

Werder könnte in diesen Wochen wichtige Zeit verlieren, um den drohenden Abstieg zu verhindern. Baumanns Position steht deswegen mehr denn je auf dem Prüfstand. Sollte Kohfeldt scheitern, steuert Werder auf den Abstieg zu – und der Sportchef müsste mit einem Rücktritt wohl schon im Dezember die persönlichen Konsequenzen ziehen.

Den Autor erreichen Sie unter Baumanns letzte Chance