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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Not-Elf chancenlos – aber gefeiert

23.09.2019

Bremen Es lief die 83. Minute am Samstagabend im Bremer Weserstadion, da spielten sich Szenen ab, die man so nicht oft erlebt in einem Fußballstadion. Auf dem Rasen feierten die Gäste von RB Leipzig ihr Tor zum 3:0, den Schlusspunkt auf einen souveränen Auswärtssieg des Bundesliga-Tabellenführers. In jenem Moment erhoben sich nahezu alle Fans im weiten Rund, klatschten im Rhythmus, sangen „Werder Bremen Olé“ und sorgten für eine Atmosphäre, die nachhaltig Eindruck hinterließ.

„Ich kann mich nur bedanken beim Stadion. Es war eine besondere Reaktion der Fans, eine überragende Unterstützung. Das war nicht normal“, sagte ein von der Situation sichtlich gezeichneter Florian Kohfeldt später. Der Bremer Trainer will über die nicht enden wollende Personalmisere nicht zu sehr jammern, er will sich kämpferisch zeigen. Aber im Innenraum des Weserstadions am späten Abend sah und merkte man ihm doch an, dass die durch den am Freitag erlittenen Kreuzbandriss von Niclas Füllkrug „gekrönte“ Verletzungsseuche auch ihn mitnimmt. „Brutal“ sei diese Nachricht gewesen, „das war echt schlimm. Da gibt es auch kein anderes Wort für. Ein trauriger Moment.“

Werder Bremen - RB Leipzig 0:3

Werder: Pavlenka - Lang, Gebre Selassie, Groß, Friedl - M. Eggestein (66. Bargfrede) - J. Eggestein (63. Pizarro), Klaassen, Bittencourt - Goller, Sargent (80. Ihorst) Leipzig: Gulacsi - Konaté, Upamecano, Orban - Mukiele (46. Saracchi), Laimer, Klostermann - Sabitzer, Nkunku (74. Demme) - Matheus Cunha (63. Haidara), Werner. Zuschauer: 40 550. Tore: 0:1 Orban (13.), 0:2 Sabitzer (35.), 0:3 Saracchi (83.). Gelb-Rote Karte: Laimer (64./Handspiel).

Zu Füllkrug, das ist kein Geheimnis, pflegt Kohfeldt eine enge Verbindung. Er war es, der den Stürmer trotz eines Knorpelschadens im Knie von Hannover nach Bremen zurückholte. Er war es, der den Torjäger förderte und wieder stark machte. Und nun ist es ausgerechnet Füllkrug, der der Bremer Personalmisere die Krone aufsetzt. Dennoch habe jeder im Verein und im Team die „Mentalität, sich dagegen zu stemmen“, betonte Kohfeldt.

Und das bewies seine letztlich chancenlose Not-Elf auch gegen den Champions-League-Teilnehmer. Werder wehrte sich nach Kräften, war vorne aber wirkungslos und hinten zu fehleranfällig. Das 0:1 nach einer Ecke durch Willi Orban war vermeidbar (13. Minute). Das 0:2 resultierte aus einem traumhaften Freistoß von Marcel Sabitzer (35.). Und beim 0:3 durch Marcelo Sarachi (83.) zeigte sich in der Vorarbeit von Leipzigs Timo Werner gegen Christian Groß, dass es eben einen Riesen-Unterschied zwischen einem Nationalspieler und einem 30-Jährigen gibt, der in Bremen eigentlich für das Regionalliga-Team eingeplant war.

Groß machte sein erst drittes Bundesligaspiel, Benjamin Goller (20) gab von Beginn an ein engagiertes Debüt, auch der in der 80. Minute eingewechselte Luc Ihorst kam zu seiner Premiere in Liga eins. Sie alle spielten engagiert, und so war der Tenor nachher eindeutig. „Ich denke, heute Abend können alle in den Spiegel schauen. Die Mannschaft hat alles rausgehauen“, sagte Kohfeldt. „Bei so einer Verletztenmisere gibt es zwei Möglichkeiten: Man lässt sich hängen, oder man nimmt die Situation an und versucht, das Beste daraus zu machen. Es ist auch eine Chance, dass wir enger zusammenrücken“, forderte Sportchef Frank Baumann, der unterdessen Not-Transfers von vereinslosen Profis ausschloss.

„Bestehen können wir. In diese Situation will ich uns gar nicht reinreden“, blickte Kohfeldt letztlich nach vorn. Spieler wie Ömer Toprak, Milos Veljkovic, Milot Rashica („Ich wollte bei ihm kein Risiko eingehen“) oder Sebastian Langkamp könnten schon am Samstag (18.30 Uhr) in Dortmund zurückkehren. Dort sind die Bremer auch ohne die großen Personalsorgen klarer Außenseiter. Davon, das ambitionierte Ziel Europapokal bereits nach fünf Spieltagen zu korrigieren, sind die Bremer Verantwortlichen jedenfalls noch weit entfernt. „Wir werden Punkte holen und ich sehe auch keinen Anlass, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen, es geht nur noch darum, zu überleben“, meinte Kohfeldt.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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