Bremen - 27 Minuten lang war Zlatko Junuzovic vor knapp zwei Wochen in der Partie beim Hamburger SV (0:0) dabei. Der österreichische Mittelfeldspieler von Werder Bremen hatte seine Achillessehnenprobleme überwunden und feierte im Nordderby sein Saisondebüt.

Wenn die Bremer Bundesliga-Fußballer an diesem Sonntag (18 Uhr, Weserstadion) auf Borussia Mönchengladbach treffen, wird Junuzovic wohl von Beginn an dabei sein. Der 30-Jährige nutzte die Länderspielpause, um weiter an seiner Form zu arbeiten. Und die Bremer brauchen einen Kapitän in Bestform – Werder steckt schließlich nach sieben Spieltagen als Vorletzter bereits tief im Abstiegskampf.

Auf der anderen Seite wächst auch der Druck auf Junuzovic, sein zweifelsohne vorhandenes Können mal wieder über Wochen und Monate hinweg einzubringen. 2014/15 spielte er eine famose Saison und kam auf sechs Treffer und 15 (!) Torvorlagen. Diese Werte sanken in den beiden vergangenen Jahren kontinuierlich. In der Sommerpause bahnte sich ein Wechsel in die Türkei an, der sich dann aber zerschlug. Auch ein möglicher Transfer nach England, über den immer wieder spekuliert worden war, kam nicht zustande.

Der Vertrag von Junuzovic läuft im kommenden Sommer aus. Der Spieler deutete gegenüber Sportchef Frank Baumann bereits an, dass er sich eine Verlängerung vorstellen könne. Daran hat wohl auch Baumann Interesse – nicht aber zu den gegenwärtigen Bedingungen. Denn der aktuelle Vertrag mit Junuzovic wurde ausgehandelt, als er sich in eben jener starken Saison 2014/15 befand. Wenn der Nationalspieler (Österreich verpasste die Qualifikation für die WM in Russland) auch über den Sommer 2018 in Bremen hinaus spielen will, müsste er wohl Abstriche in Kauf nehmen. Dafür könnte er bald wieder mit Thomas Schaaf zusammenarbeiten, den die Bremer als Technischen Direktor einstellen wollen. Als Werder-Trainer hatte Schaaf Anfang 2012 Junuzovic von Austria Wien verpflichtet.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)