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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Pizarro als Sieger unter Verlierern

06.05.2019

Bremen Es mutet fast schon grotesk an, was im Weserstadion passiert, wenn ein 40-jähriger Fußball-Opa den Rasen betritt. Die Fans stehen schon vor der Einwechslung von Claudio Pizarro auf, sie jubeln lautstark, wenn ihr Idol auf das satte Grün läuft – und das, obwohl Werder Bremen gerade 0:2 gegen Borussia Dortmund hinten liegt, obwohl die Gastgeber bis dato nahezu chancenlos und klar unterlegen sind. Und dann? Verändert sich mit Pizarro auf einmal die komplette Statik eines zuvor einseitigen Spiels.

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So war es nicht das erste Mal in dieser Saison, und so geschah es auch wieder an einem turbulenten Samstagabend an der Weser. Die Dortmunder zeigten 60 Minuten lang eine dominante und gute Leistung. Sie waren auf dem besten Weg, das Meisterrennen offen zu halten – und schenkten letztlich leichtfertig durch zwei katastrophale Fehler zwei Punkte her. Einen dieser Fehler nutzte Pizarro aus, um in der 75. Minute den 2:2-Endstand und sein 196. Bundesliga-Tor zu erzielen.

„Es ist immer etwas Besonderes für mich, wenn die Leute hier jubeln“, sagte der Peruaner nach dem Remis gewohnt zurückhaltend vor den TV-Kameras, während im Hintergrund die bekannten „Pizarro“-Sprechchöre zu hören waren. Wer seine Spielfreude sieht, glaubt ihm das sofort. Sechs Tore und zwei Vorlagen hat Pizarro in 28 meist Kurzzeit-Einsätzen in Pflichtspielen erzielt. Statistiken, die für Werder und Pizarro Grund sein könnten, dass der Torjäger im Sommer doch noch nicht Schluss machen wird. „Ein neues Element kommt rein. Diese Präsenz ist einfach da und das hilft uns weiter“, sagte Kapitän Max Kruse.

„Ich habe immer noch Lust, Fußball zu spielen. Ich habe Spaß am Spiel und am Training“, meinte Pizarro und machte die Tür für eine Vertragsverlängerung weit auf. Die Entscheidung naht jedenfalls. „Wenn es mit Claudio nicht weitergeht, dann wird es vor dem letzten Heimspiel eine Verabschiedung geben, wie es einer Legende würdig ist“, sagte Kohfeldt. Heißt: Vor dem Duell mit RB Leipzig am 18. Mai sollen die Gespräche abgeschlossen sein.

Die erneute Pizarro-Show überlagerte ein Spiel, aus dem eigentlich zwei Verlierer hinausgingen. Werder hat nun fünf Punkte Rückstand auf die internationalen Plätze, der BVB vier Zähler auf den FC Bayern. Und so sanken nahezu alle Dortmunder nach einer rasanten Schlussphase, in der beide Teams auf Sieg spielten, enttäuscht auf dem Rasen zusammen. „Die Meisterschaft ist noch nicht vorbei“, wollte Trainer Lucien Favre nicht wie in der Vorwoche den Fehler machen, den Titel zu früh abzuschreiben. Aber der Schweizer sagte: „Wir sind keine Träumer.“

Geträumt hatten seine Spieler allerdings bei beiden Gegentoren. Werders Kevin Möhwald nutzte einen Blackout von BVB-Keeper Roman Bürki zum 1:2 (70.), dann traf Pizarro nach einem schlimmen Stellungsfehler von Manuel Akanji zum 2:2 (75.).

Zuvor hatten Christian Pulisic (6.) und Paco Alcacer (41.) für den BVB getroffen und die Gäste hatten mehrere Gelegenheiten, noch deutlicher als nur 2:0 zu führen. „Es fühlt sich an, als wäre es vorbei“, gestand Dortmunds Ex-Bremer Thomas Delaney und Julian Weigl meinte: „Rein rechnerisch bleibt es möglich, aber realistisch wird es sehr, sehr schwer.“

Die Bremer indes müssen nun am Samstag (15.30 Uhr) in Hoffenheim definitiv gewinnen, um ihre Mini-Chance zu wahren. „Jetzt haben wir wirklich ein Endspiel. Alles oder nichts“, sagte Kohfeldt, der mit der ersten Halbzeit haderte und immer wieder lautstark von der Seitenlinie ordnete – zunächst ohne Erfolg. Vor allem das Fehlen von Innenverteidiger Niklas Moisander und Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie konnte seine Elf nicht kompensieren. Und dennoch lobte der Coach sein Team für einen aufopferungsvollen Kampf.

„Ich bin nicht zufrieden, aber stolz auf die Jungs. Das ist kein Widerspruch“, meinte Kohfeldt. Es sei schwer gewesen, sich nach dem 0:2 in der Halbzeit wieder aufzuraffen, „aber wir haben es geschafft. Das spricht für die Moral.“

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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