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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Wenig Ballbesitz – aber sehr viel Ertrag

12.02.2019

Bremen Florian Kohfeldt ist ein Trainer, der gern seine Spielidee durchsetzen will. In der Regel mag es der Coach des Bundesligisten Werder Bremen, einen dominanten Fußball spielen zu lassen. Das bedeutet, Kohfeldt legt Wert auf viel Ballbesitz, auf klare Strukturen, auch auf ein geduldiges Aufbauspiel. Umso überraschender war es für den FC Augsburg wohl am Sonntag, dass die Bremer in ihrem Heimspiel genau so nicht auftraten.

Denn Kohfeldt hatte sich einen anderen taktischen Plan zurechtgelegt, der den FCA aus dem Konzept bringen sollte. „Wir haben Augsburg mit einer Dreierkette erwartet und sie spielen ein mannorientiertes Pressing. Deshalb war der Konter ein wichtiges Mittel für uns“, erklärte Kohfeldt später seinen Matchplan, der komplett aufgegangen war. Werder überließ den Gästen ganz bewusst den Ball, wartete auf Fehler und den richtigen Moment fürs Pressing. Die Grün-Weißen hatten lediglich 40 Prozent Ballbesitz – der geringste Wert in allen Saisonspielen. Aber: Sie fuhren damit den höchsten Sieg dieser Spielzeit ein.

Das lag auch daran, dass Werder in Milot Rashica den idealen Spieler für diese Taktik auf der linken Außenbahn hatte. Sowohl vor dem 1:0 (5. Minute) als auch dem 3:0 (28.) gewannen die Bremer einen Zweikampf im Mittelfeld, schickten ihren pfeilschnellen Kosovaren auf die Reise und dieser zeigte, warum ihm so viel Talent bescheinigt wird. Vollsprint geradeaus, schneller Haken nach innen, konsequenter Abschluss mit dem starken rechten Fuß – Rashicas Aktionen erinnerten ein klein wenig an die typische Arjen-Robben-Aktion, die der Star des FC Bayern seit Jahren von der rechten Seite aus praktiziert und die kaum ein Gegenspieler verteidigen kann, obwohl er genau weiß, was passieren wird.

„Wir spielen einen Fußball, der gut zu mir passt. Als ich neu bei Werder war, war es noch etwas schwieriger. Aber jetzt weiß ich, was die Mannschaft braucht“, betonte der 22-jährige Rashica, der schon nach 35 Minuten den Platz mit Rückenproblemen verlassen musste. Er glaube aber, es sei nicht so schlimm, und hoffe, bereits an diesem Samstag (18.30 Uhr) bei Hertha BSC wieder auflaufen zu können. Dann aber gegen ein Team, das wesentlich geordneter als die Augsburger auftritt und ihm nicht so viel Platz bieten wird.

Das schnelle Umschaltspiel vom Sonntag zeigte Kohfeldt gleichwohl, dass es eben nicht immer der Ballbesitzfußball sein muss. In 16 der 21 Bundesligapartien dieser Saison hatte Werder mehr Ballbesitz als der jeweilige Gegner – ein sehr hoher Wert, der natürlich nicht immer zum Erfolg führt. In Davy Klaassen, Maximilian Eggestein und auch Max Kruse stehen zudem Spieler mit einer schnellen Auffassungsgabe in den Bremer Reihen, die nach Ballgewinnen schnell freie Räume erkennen, wie gegen Augsburg gut zu sehen war.

Kohfeldt hob indes hervor, dass für ihn nicht die drei schnellen Tore in den ersten 28 Minuten das Wichtigste gewesen seien, sondern das Verhalten der Mannschaft nach der Pause. „Das Schönste für mich als Trainer war, wie clever wir die zweite Halbzeit heruntergespielt haben. Wir haben konsequent verteidigt, uns nicht locken lassen oder auf den Ballgewinn spekuliert. Darauf bin ich stolz.“

Drei Punkte beträgt Werders (30) Rückstand auf die Europokalplätze nur noch, in Berlin (31) wartet nun eine ganz wichtige Partie vor dem Endspurt der Saison. Florian Kohfeldt nutzte den Sonntagabend aber zunächst, um noch etwas herauszustellen. „Es ist Anfang Februar, wir sind im Pokal-Viertelfinale und haben eine sehr realistische Chance auf einen Europapokalplatz. Ich glaube, das hat es hier ziemlich lange nicht gegeben“, meinte der 36-Jährige.

Recht hat er.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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