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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Zum Glück gezwungen

14.03.2018

Bremen Als Milot Rashica in der 67. Minute den Rasen des Weserstadions zur Auswechslung verließ, erhob sich ein Großteil der 41 000 Zuschauer, um den Mann des Spiels beim 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln zu feiern. Stehende Ovationen, ein Tor erzielt, viele schnelle Dribblings gezeigt – und das bei seinem Heimdebüt für Werder Bremen. Besser hätte es für den teuersten Winter-Zugang des Fußball-Bundesligisten von der Weser nicht laufen können.

Zumal eigentlich ein ganz anderer Abend für ihn vorgezeichnet war. Rashica trug die langen Trainingsklamotten bis kurz vor dem Anpfiff, ehe sich Philipp Bargfrede schlecht fühlte und in der Kabine sogar übergab, wie Sportchef Frank Baumann später berichtete. Für Rashica bedeutete dies: Raus aus den Klamotten, rauf auf den Platz.

„Natürlich war es überraschend für mich. Ich war nicht so warm gemacht wie meine Kollegen“, berichtete der 21-Jährige nach seinem Gala-Auftritt. Man müsse aber immer bereit sein, auch auf der Bank, sagte der Kosovare.

Er war bereit. Und wie. Rashica war schon in der ersten Halbzeit, als die Bremer in der Offensive kaum Lösungen fanden, der beste Mann auf dem Platz. Mit großem Tempo traute er sich in viele Eins-gegen-eins-Situationen, umkurvte Gegenspieler, schlug schnelle Haken. Nur mit der Belohnung wollte es noch nicht klappen. In der 44. Minute vergab er eine große Tormöglichkeit zu überhastet.

„Danach war ich etwas nervös, weil ich die Chance verpasst habe“, konnte der Zugang, der für sieben Millionen Euro von Vitesse Arnheim kam, später über seinen Fauxpas schmunzeln.

Rashica strahlte Gelassenheit aus. Auch, weil die zweite Halbzeit perfekt für ihn lief. Nach einem Steilpass von Florian Kainz spitzelte der Offensivmann den Ball in der 58. Minute zum wichtigen 2:1 und seinem ersten Treffer in Deutschland ins Tor.

„Ich wollte mit den Fans und allen anderen feiern. Das war ein wichtiges Tor, das mir Selbstvertrauen gibt“, erzählte er von seinen Glücksgefühlen, die er aus gutem Grund auch direkt am Seitenrand mit Trainer Florian Kohfeldt teilte: „Er hat mir vor dem Spiel gesagt, dass ich heute treffen werde. Er hatte recht“, erzählte Rashica freudestrahlend.

In seinem ersten Einsatz von Beginn an bei Schalke 04 (2:1) hatte der 21-Jährige noch nicht überzeugen können. Seitdem kam er lediglich von der Bank aus ins Spiel. Der Unterschied zwischen der niederländischen Eredivisie und der Bundesliga sei einfach sehr groß, sagte Rashica: „Die Intensität ist hoch, die Geschwindigkeit höher. Aber jeder hilft mir, mich hier einzugewöhnen. Ich weiß, dass ich neu bin und noch ein bisschen Zeit brauche.“

Das unterstrich auch Baumann. Er habe immer gesagt, dass Rashica eine Investition in die Zukunft, aber auch für diese Saison eine Verstärkung sei. „Milot wird Spiele mitentscheiden, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein“, orakelte der Bremer Sportchef. Ihn freue es für den Spieler, weil er sich bisher so oft gedulden musste.

Trainer Kohfeldt zeigte sich bemerkenswert offen, was seine Gedankenspiele betraf. „Ich gebe zu, dass wir etwas defensiver spielen lassen wollten“, erzählte der Coach, der im Weserstadion noch ungeschlagen ist und der Werder mit nun 30 Punkten ans untere Mittelfeld herangeführt hat. Bargfrede sollte mit Zlatko Junuzovic, Thomas Delaney und Maximilian Eggestein das Zentrum dichtstellen – bis seine Magenprobleme eine andere Lösung erforderten.

„Manchmal wird man eben zu seinem Glück gezwungen“, sagte Kohfeldt lächelnd. Er betonte, dass Rashica die ganze Zeit über sehr gut trainiert habe und nahe an der Startelf gewesen sei. Seine offensiven Konkurrenten hätten jedoch auch eine gute Form gehabt.

Der Trainer, auf den Lob von allen Seiten für die Spielweise der Bremer unter seiner Leitung einprasselt, richtete den Fokus anschließend lieber auf den Sportchef. „Riesenkompliment an Frank Baumann, dass er den Kader im Winter unter Druck so aufgestellt hat, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, so zu reagieren“, sagte Kohfeldt.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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