DELMENHORST - Trotz vergleichsweise vieler Projekte und Hilfsangebote: Delmenhorst verzeichnet nach Wilhelmshaven in Niedersachsen die höchste Armutsquote bei Kindern. Etwa 2800 Kinder in der Stadt leben von Hartz IV. Für jedes von ihnen wird am Mittwoch, 15. September, um 9.30 Uhr im Rahmen einer Aktionswoche „Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung von Kindern“ ein symbolisches Fähnchen in die Wiese auf dem ehemaligen Hotelgelände am Stadtpark gesteckt.
„Das Thema Kinderarmut kann uns nicht kalt lassen“, erklärte Oberbürgermeister Patrick de La Lanne am Montag in einem Pressegespräch, an dem neben Fachbereichsleiter Rudolf Mattern und Claudia Müller vom Fachbereich auch die Kita-Leiter/innen Claudia Goertz, Marion Schröder und Paul Preuß sowie Irma Michel (Kinderschutzbund) und Frank Oestermann (Arbeiterwohlfahrt) teilnahmen.
Alle stellten heraus, dass Kinderarmut sich nicht nur materiell, sondern auch sozial, psychisch und physisch darstellt. „Deshalb sorgen wir für regelmäßige gesunde Mahlzeiten“, erläuterte Claudia Goertz für die in einem sozialen Brennpunkt gelegene Kita-Süd.
„Uns soll kein Kind durch die Maschen gehen“, verdeutlichte Paul Preuß (Kita Zu den 12 Aposteln). Ziel sei es, dass alle Kinder von Anfang bis Ende die Kitas durchlaufen können. Wie auch Frank Oestermann wies er auf die „Hilfe zur Selbsthilfe“ hin.
Marion Schröder verwies auf die „Aktion „Wassergeld“ in ihrer Kita St. Marien. Spenden für Trinkwasser würden über die Caritas nach Pakistan weitergeleitet. „Dadurch wird den Kindern klar, dass es anderen noch schlechter geht“, so Schröder.
Irma Michel sieht die Aktionswoche als „sehr wichtig“ an. „Armut ist da, wir sehen sie tagtäglich“, berichtete sie.
Start ist am 9. September um 19.30 Uhr im Jugendhaus Villa mit einem Vortrag der AWO-Verbandsreferentin Hanna Naber über eine Langzeitstudie zu Kinderarmut.
Am 15. September gibt es verschiedene Info-Stände und ab 15 Uhr auf dem Marktplatz eine „Ballschule“ mit Werder Bremen.
Der Jugendfachausschuss wird in seiner Sitzung am 16. September eine Resolution gegen Kinderarmut verabschieden, deren Abstimmungsprozess laut Rudolf Mattern noch andauert. Am Freitag, 17. September, findet ab 13.30 Uhr im Rathaus eine Veranstaltung mit Politikern, Sponsoren und Institutionen statt. In der Familienbildungsstätte soll anschließend die Resolution an Sozialministerin Özkan übergeben werden.
