Düsseldorf - Bundesliga-Niemandsland statt Europacup-Luft: Nach einer brutalen Woche mit dem Aus im DFB-Pokal und zwei Liga-Niederlagen muss sich Fußball-Bundesligist Werder Bremen seine hochgesteckten Saisonziele wohl abschminken.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir noch den siebten Platz erreichen, ist sehr gering geworden. Leider haben wir es auch nicht mehr selbst in der Hand“, sagte Frank Baumann. Bremens Geschäftsführer war nach der klaren 1:4-Niederlage beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf sichtlich enttäuscht. Der Abstand auf die internationalen Plätze – Rang sieben ist vier Punkte entfernt – lässt keinen allzu großen Optimismus mehr zu.
Düsseldorf: Rensing - Matthias Zimmermann, Ayhan, Andre Hoffmann, Suttner - Stöger, Bodzek - Raman (36. Barkok, 52. Kownacki), Lukebakio (71. Gießelmann) - Karaman, Hennings. Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson (80. Harnik) - Sahin - Maximilian Eggestein, Klaassen (59. Möhwald) - Kruse - Rashica, Johannes Eggestein (46. Osako). Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach).Tore: 1:0 Raman (1.), 2:0 Karaman (22.), 2:1 Kruse (28., Foulelfmeter nach Videobeweis), 3:1 Hennings (56.), 4:1 Suttner (73.).
Florian Kohfeldt war nach der wohl bittersten Woche seiner bisherigen Trainerlaufbahn ebenfalls frustriert, wollte seinen Spielern nach der deutlichen Pleite am Rhein aber keinen Vorwurf machen. „Das war ein Ausnahmespiel, das in unmittelbarem Kontext zu Mittwoch steht. Nach der Emotionalität kam diese Partie für uns zu früh – das muss man ehrlicherweise so sagen“, sagte der 36-Jährige. Die schmerzhafte 2:3-Heimniederlage gegen Bayern München im Pokal-Halbfinale, die durch einen äußerst umstrittenen Foulelfmeter in der Schlussphase zustande gekommen war, hatte bei den Bremern deutlich mehr Spuren hinterlassen als der Coach gedacht hatte.
Deshalb gab er seinen Profis auch trotz der klaren Niederlage zwei Tage frei: „Die Köpfe müssen mal wieder frei atmen und auf andere Gedanken kommen.“ Erst ab Dienstag bereite man sich dann wieder „voller Zuversicht und mit aufgeladenem Akku“ auf das Hammerprogramm im Saisonendspurt gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr, Weserstadion), bei der TSG Hoffenheim und RB Leipzig vor: „Unser Saisonziel habe ich noch nicht abgehakt.“
Vor allem beim 0:1 durch Benito Raman nach nur 45 Sekunden befand sich Werder noch im Tiefschlaf. Bei den weiteren Gegentreffern von Kenan Karaman (22. Minute), Rouwen Hennings (56.) und Markus Suttner (73.) sah es nicht viel besser aus, auch wenn das Ergebnis angesichts einiger guten Bremer Chancen zu hoch ausfiel. Max Kruse (28.), der per Foulelfmeter den Ehrentreffer erzielte hatte, war ebenfalls bedient: „Das Pokal-Aus hat sicherlich sehr weh getan, es ist aber keine Ausrede für das Spiel heute. Es war auf allen Positionen einfach zu wenig.“ Der Werder-Kapitän hat die Hoffnung auf einen positiven Saisonabschluss aber noch nicht aufgegeben: „Jetzt wollen wir noch neun Punkte holen, dann schauen wir mal, wo wir am Ende stehen.“
