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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Experte sieht Werder für das Endspiel gerüstet

10.05.2016
Frage:  – Werder Bremen steht vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Am kommenden Sonnabend droht im Abstiegs-Endspiel gegen Frankfurt der Absturz in die Zweite Liga. Erfordern solch nervenaufreibende Spiele auch aus psychologischer Sicht besondere Maßnahmen?
Prof. Dr. Martin Schweer: Es handelt sich hierbei um ein Endspiel im klassischen Sinne, von daher spielt die mentale Fitness eine besonders wichtige Rolle. Inwieweit jedoch konkrete Maßnahmen erforderlich sind, hängt stets von der Ausgangssituation des jeweiligen Teams ab.
Frage: Vor dem vorherigen, kaum minder wichtigen Heimspiel gegen Stuttgart hat Werder auf ein Kurztrainingslager in Verden und die Hilfe eines erfahrenen Sportpsychologen gesetzt – mit Erfolg, die Partie wurde mit 6:2 gewonnen. Diesmal verzichten die Verantwortlichen auf ein vorheriges Trainingslager, um sich in einem möglichst normalen Ablauf auf das letzte Saisonspiel vorzubereiten. Würden Sie ihnen raten, zumindest noch einmal den „Geist von Verden“ zu beschwören?
Lehrt an der Uni Vechta: Martin Schweer BILD: Archiv

Psychologe berät Spitzensportler

Martin Schweer (51) ist Inhaber eines Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie sowie Leiter der Arbeitsstelle für Sportpsychologische Beratung und Betreuung an der Universität Vechta. Zudem berät Schweer Leistungssportler und Führungskräfte.

Schweer: Das Ergebnis spricht für sich, Bremen scheint alles richtig gemacht zu haben. Dies ist sicherlich eine motivierende Ausgangslage, aus der die Spieler Zuversicht und Selbstvertrauen für das letzte Ligaspiel ziehen können.
Frage: Die Spieler stehen im Endspiel gegen Frankfurt unter einem enormen Druck, keiner möchte zu den Namen gehören, die später mit dem zweiten Abstieg einer Werder-Mannschaft aus der Bundesliga in Verbindung gebracht werden. Mit welchen Mitteln kann über die Sportpsychologie Einfluss darauf genommen werden, die Köpfe für die entscheidenden 90 Spielminuten trotz allem frei zu bekommen?
Schweer: Entscheidend wird sein, dass es den Spielern möglichst gut gelingt, sich auf ihre spielerischen und taktischen Vorgaben zu fokussieren sowie über 90 Minuten Engagement und Kampfgeist aufrecht zu erhalten, sich dabei aber auch von etwaigen Rückschlägen im Spielverlauf nicht demotivieren zu lassen. Hieran kann man sicherlich über die Gespräche im Team und im Betreuerstab noch in den nächsten Tagen arbeiten.
Frage: In Verden soll der kurzfristig verpflichtete Psychologie-Professor Andreas Marlovits vor allem auf Einzel- und Gruppengespräche gesetzt haben, um eine positive Stimmung bei den Spielern sowie eine noch größere Motivation und mentale Stärke zu schaffen. Beginnen Siege tatsächlich im Kopf?
Schweer: Es ist mittlerweile hinreichend bekannt, dass die mentale Fitness eine ganz entscheidende Rolle für das sportliche Leistungsvermögen spielt – dies umso mehr, je bedeutsamer ein Wettkampf subjektiv erlebt wird und je stressreicher dieser von daher wahrgenommen wird.
Frage: Welche Rolle kommt den Werder-Fans als Unterstützer ihrer Mannschaft zu, die im Stuttgart-Heimspiel bereits für eine einzigartige Atmosphäre im Weserstadion gesorgt haben? Kann dies am Sonnabend ein psychologischer Vorteil für die Hanseaten sein, deren Heimbilanz in dieser Saison unterm Strich ja sehr dürftig ist?
Schweer: Bei den Fans konnte man nach dem letzten Heimspiel ebenfalls eine finale Aufbruchstimmung ausmachen. Ihre Unterstützung wird meines Erachtens definitiv ein Vorteil sein, denn die Bremer werden bis zum Abpfiff geschlossen hinter ihrer Mannschaft stehen.
Frage: Dennoch liegt das vielzitierte Momentum im Sport aktuell auf Frankfurter Seite. Werder kam in Köln nicht über ein torloses Remis hinaus. Die Eintracht schien trotz Trainerwechsels bereits abgestiegen, nach dem dritten Sieg in Folge würde ihr am Sonnabend aber nun schon ein Unentschieden zum Ligaverbleib reichen . . .
Schweer: Die Frankfurter haben unstrittig aufgrund der vergangenen Wochen einen Vorteil auf ihrer Seite, sie sehen das rettende Ufer vor ihren Augen. Insofern wird es auch aus sportpsychologischer Sicht eine spannende Auseinandersetzung werden, bei der sich zeigen wird, welches Team diese schwierige Aufgabe besser bewältigen wird.
Frage: Wie wichtig ist es für die Werder-Spieler im Hinterkopf zu haben, dass sie den Klassenerhalt noch in eigenen Händen haben. „Nur“ im Falle einer Heimniederlage droht der direkte Abstieg, ansonsten würde es aller Wahrscheinlichkeit nach in der Relegation noch eine weitere Chance auf den Klassenerhalt geben?
Schweer: Die Konsequenzen selbst in der Hand zu haben, ist psychologisch ein ganz erheblicher Vorteil, denn auf diese Weise liegt die erfahrene Kontrolle beim Team selbst. Allerdings sollten sich die Spieler nicht mit einer möglichen Relegation gedanklich beschäftigen, sondern vielmehr alles dafür geben, den Klassenerhalt am Sonnabend zu sichern.
Henning Busch
Lokalsport
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2510

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