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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Flüchtling Manneh trifft – und schweigt

30.07.2015

Wilhelmshaven /Bremen Über seine Flucht aus Gambia mochte Ousman Manneh nach wie vor nicht reden. Viel lieber genoss der 18-Jährige seinen spektakulären Auftritt mit vier Toren beim Debüt in den Reihen der Bundesliga-Profis von Werder Bremen.

„Wenn mir das vorher einer erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt“, sagte er leise. Erst nach rund einer Stunde eingewechselt, erzielte der kampfstarke Stürmer am Dienstagabend beim 7:0-Testspielsieg der Bremer beim Fußball-Landesligisten SV Wilhelmshaven vier Tore binnen einer Viertelstunde – und weckte zumindest bei den Werder-Fans leise Hoffnungen auf mehr. Das Wilhelmshavener Publikum bekam so doch noch eine sehenswerte Vorstellung geboten. Zuvor hatten sich wohl viele Besucher darüber geärgert, dass die Bremer mit zahlreichen Spielern aus der zweiten und dritten Reihe ins Jadestadion gekommen waren.

Schon im Drittliga-Auftaktspiel am vergangenen Wochenende war Manneh der Treffer zum 2:1-Auswärtssieg von Werders U 23 bei Hansa Rostock gelungen. Von jetzt auf gleich wird der Westafrikaner einen gestandenen Bundesliga-Torjäger wie den am vergangenen Wochenende zu Schalke 04 gewechselten Franco di Santo (26) in Bremen aber nicht ersetzen können. Mittelfristig jedoch sieht man an der Weser durchaus Entwicklungsmöglichkeiten bei Manneh.

„Er ist ein junger Spieler, der über ein großes fußballerisches Potenzial verfügt. Für uns ist es nun eine spannende Aufgabe, an seiner weiteren sportlichen Entwicklung mitzuwirken“, sagte U-23-Trainer Alexander Nouri. Werder-Sportdirektor Rouven Schröder bat nach der Partie in Wilhelmshaven darum, nun nicht zuviel von Manneh zu erwarten: „Er ist ein ganz ruhiger, netter Junge. Er muss langsam aufgebaut werden.“

Chefcoach Viktor Skripnik hat den begabten Angreifer aber schon auf dem Schirm. „Wenn er sich weiter in der 3. Liga profiliert, bin ich fest davon überzeugt, dass er bei uns nicht nur trainieren, sondern auch spielen kann“, sagte der Ukrainer, warnte jedoch im gleichen Atemzug: „Aber jeder weiß, dass Talent nur 20 Prozent ausmacht. Er muss weiterhin akribisch und hart arbeiten.“

Vor einem Jahr hatte sich Manneh schon beim Blumenthaler SV in der A-Jugend-Regionalliga einen Stammplatz erkämpft. Einen Tag nach seinem 18. Geburtstag im März 2015 unterschrieb er dann seinen ersten Vertrag beim SV Werder – gleich bis zum 30. Juni 2018.

Nach Bremen war Manneh 2014 durch seine Flucht aus dem autokratisch regierten Gambia gekommen. Auf welchem Wege er aus dem westafrikanischen Land nach Norddeutschland gelangte, möchte er nicht erzählen.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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