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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Fußball: Ohne Stehplätze, Gästefans und Alkohol

29.07.2020

Frankfurt Keine Gästefans in den Fußball-Stadien bis zum Jahresende und ein Stehplatz- und Alkoholverbot mindestens bis zum 31. Oktober. Der Plan der Deutschen Fußball Liga für die Teilzulassung von Zuschauern zur neuen Saison in der 1. und 2. Bundesliga birgt viel Zündstoff. Und er zeigt den Anhängern, dass noch lange keine Normalität herrschen wird. Über die entsprechenden Anträge des DFL-Präsidiums entscheiden die 36 Proficlubs am kommenden Dienstag bei der virtuellen außerordentlichen Mitgliederversammlung. Unmut aus der Fan-Szene gibt es bereits jetzt schon.

STEHPLÄTZE

Das Thema Stehplätze gilt als besonders sensibel, da diese in manchen ausländischen Ligen wie der englischen Premier League abgeschafft wurden. Zudem befinden sich gerade dort die stimmgewaltigsten und treuesten Anhänger. „Das Bekenntnis der DFL zum Erhalt von Stehplätzen in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga hat unverändert Bestand“, betont die DFL. Es gehe dabei um einen vorübergehenden Verzicht. Das Fan-Bündnis „Unsere Kurve“ will keine Ungleichbehandlung von Zuschauern, „weshalb wir uns für die Zulassung von Gästefans aussprechen“. Die DFL verweist darauf, dass am 31. Oktober die Corona-Verordnungen vieler Bundesländer auslaufen und man danach die Lage neu bewerten könne.

GÄSTE-TICKETS

Dem Gäste-Club stehen zehn Prozent der Eintrittskarten zu. Diese Regelung soll bis zum Jahresende ausgesetzt werden. „Dies würde dazu beitragen, das bundesweite Reiseaufkommen von Fans – teilweise in öffentlichen Verkehrsmitteln – zu reduzieren und dadurch das Infektionsrisiko zu verringern“, erklärt die DFL. Sig Zelt, Sprecher der Organisation „Pro Fans“, gibt zu bedenken, dass Bürger ja auch Reisen unternehmen dürfen: „Was mich unterschwellig stört, ist, dass die Fans als Risikofaktor gesehen werden, die sich nicht benehmen können“, sagte Zelt.

INFEKTIONSKETTEN

Beim Ticketverkauf sollen die Vereine dafür sorgen, dass Infektionsketten gegebenenfalls nachverfolgt werden können. Damit wolle man die Gesundheitsbehörden unterstützen. Details zur Umsetzung sollen den Clubs überlassen werden, gelten soll eine entsprechende Ergänzung der Spielordnung bis zum Jahresende. „Unsere Kurve“ warnt davor, neue Technologien der Überwachung „durch die Hintertür des Gesundheitsschutzes“ einzuführen und mahnt: „Vereine und Verbände müssen sicherstellen, dass keine Weitergabe von erfassten Daten an die Sicherheitsbehörden erfolgt.“

ALKOHOLVERBOT

Beim Alkoholausschank verweist die DFL darauf, dass dieser ohnehin nur mit ausdrücklicher Einwilligung der örtlichen Behörden möglich ist. Grundsätzlich erklärt die Dachorganisation in ihrer Mitteilung, dass alle Maßnahmen eine vorübergehende Anpassung seien, „um angesichts der andauernden pandemischen Lage die Einhaltung und die Kontrolle der Einhaltung von Abstands- und Hygienemaßnahmen in den Stadien zu erleichtern“. „Unsere Kurve“ fordert in ihrem Positionspapier: „Fans und Fanvertretungen müssen zwingend bei allen Prozessen um die Wiederzulassung von Publikum eingebunden sein. Sie können wichtiges Wissen zur Umsetzbarkeit von Hygienekonzepten in Tribünen-Bereichen beitragen.“ Sie ist aber auch für gemeinsame Leitplanken, um einen „Flickenteppich an verschiedenen Vorgehensweisen“ zu vermeiden. Die Organisation „Pro Fans“, die im Gegensatz zu „Unsere Kurve“ nicht in der AG Fankulturen der DFL und des DFB vertreten ist und die Ultra-Szene vertritt, sieht die ganze Vorgehensweise hingegen kritisch.

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