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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Eggestein verdient sich Berufung durch Löw

16.03.2019

Frankfurt Frischer Wind durch drei Neulinge, kein „Eiertanz“ beim nicht mehr berücksichtigen Weltmeister-Trio: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat bei der öffentlichen Kadernominierung auf große Überraschungen für den Start ins neue Länderspieljahr verzichtet. Löw wehrte sich zudem gegen die Kritik an seiner Entscheidung gegen Thomas Müller, Mats Hummels und Jérome Boateng.

„Ich finde es befremdend, wenn manche über Respekt und Wertschätzung urteilen, obwohl sie gar nicht beim Gespräch dabei waren. Zeit ist auch kein Indikator für die Qualität eines Gesprächs“, sagte Löw bei der Pressekonferenz am Freitag in Frankfurt. Es sei für ihn „das Allerwichtigste“ gewesen, den Bayern-Spielern das Aus persönlich mitzuteilen. „Es ist mir emotional wahnsinnig schwergefallen, weil wir den Spielern viel zu verdanken haben.“ Außerdem habe er mit allen nochmals „in aller Ruhe telefoniert“.

Gnabry-Nachfolger

Werder Bremen stellte zuletzt in der Saison 2016/17 einen Nationalspieler, als Serge Gnabry (inzwischen Bayern München) als Werder-Profi in der Nationalmannschaft zum Einsatz kam. Der nun nominierte Maximilian Eggestein (22) war 2011 vom TSV Havelse in die Werder-Jugend gekommen. Sein Erstliga-Debüt feierte er 2014.

Löw plant für die EM-Qualifikation und die Endrunde 2020 nicht mehr mit dem Trio. Eine mögliche Rückkehr der Spieler, wie zuletzt von Hummels angesprochen, schloss Löw so gut wie aus. Auch mit WM-Held Mario Götze plant Löw am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) im Testspiel in Wolfsburg gegen Serbien sowie beim Start in die EM-Qualifikation am Sonntag, 24. März (20.45 Uhr/RTL), in Amsterdam gegen die Niederlande nicht.

Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein (22/Werder Bremen) sowie die Abwehrspieler Niklas Stark (23/Hertha BSC) und Lukas Klostermann (22/RB Leipzig) dürfen dagegen auf ein Debüt hoffen. „Ich bin sehr glücklich über die Einladung“, sagte Eggestein: „Das ist eine große Ehre, für die Auswahl meines Landes ausgewählt worden zu sein.“

Der Leipziger Marcel Halstenberg, der wegen eines Kreuzbandrisses lange ausgefallen war, und Torhüter Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) kehren zurück. Ter Stegen wird sich mit der Rolle des Herausforderers von Manuel Neuer begnügen müssen. „Neuer ist unsere Nummer eins, er ist unser Kapitän“, sagte Löw: „Aber er muss seine Leistungen auch bei uns zeigen, das weiß er auch.“

Generell unterstrich Löw, dass er den erst spät eingeleiteten Umbruch im Team nach dem Horror-Jahr 2018 mit dem WM-Aus in der Vorrunde und dem Abstieg in der Nations League mit aller Macht fortsetzen will. Die jungen Spieler müssten nun „noch mehr zeigen, dass sie Stammspieler und Führungsspieler sein wollen“, und „eine Schippe drauflegen“, forderte Löw, der auch auf Jonas Hector vom 1. FC Köln verzichtete.

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