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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

In der Abwehr fehlt Personal

29.07.2019

Grassau Der kleine Junge trotzte dem heftigen Regen, der sich am Sonntagmittag über die Sportanlage in Grassau gelegt hatte. Völlig durchnässt wartete er am Spielfeldrand auf den Abpfiff des Testspiels von Werder Bremen gegen SD Eibar.

Als dieser ertönte, rannte er mit einem rot-weiß-rot bemalten Pappschild auf den Rasen und baute sich mutig vor Claudio Pizarro auf. Werders Ikone stemmte die Hände in die Hüften und tat so, als wenn er ganz langsam lesen würde, was da auf dem die Flagge von Peru symbolisierenden Stück Pappe stand: „Claudio – bitte schenke mir Dein Trikot“. Pizarro streifte sein weißes Shirt über den Kopf und drückte es unter dem Jubel der Zuschauer dem Knirps in die Hand.

Das Trikot triumphierend in die Höhe reckend, spurtete dieser davon. Die Partie hatte ihren großen Sieger gefunden, auch wenn die sportlichen Gewinner die gleichen Shirts trugen. Mit 4:0 gewann Fußball-Bundesligist Werder im ersten über 2x45 Minuten ausgetragenen Test des Sommers gegen den spanischen Erstligisten. Für Werder trafen Davy Klaassen (50. Minute, Foulelfmeter), Yuya Osako (61.) und Niclas Füllkrug (70./75.). Der Sieg war ein Mutmacher – auch wenn nicht seriös zu beurteilen ist, ob die Basken ihre erste Elf auf den Platz schickten.

Entsprechend abwägend fiel die Analyse von Trainer Florian Kohfeldt aus. „Es war der erste Test, den wir inklusive Gegner-Analyse wirklich vorbereitet haben. Unser Schwerpunkt lag auf der Absicherung von Kontern, was für unser Spiel extrem wichtig ist. Das hat ordentlich geklappt, ich habe keinen Konter von Eibar gesehen. Wir selbst sind gut in die gefährliche Zone gekommen. In dieser allerdings habe ich mir ein besseres Festspielen gewünscht, um im hinteren Bereich mal durchschnaufen zu können.“

Alles im Lot also? Mitnichten. Denn im hinteren Bereich hat Werders Kader eine Baustelle, die bei Kohfeldt alles andere als zum Durchschnaufen führt. „Ich mache mir da schon Sorgen. So können wir nicht in die Saison gehen“, erklärte Kohfeldt. Zwar ist der 36-Jährige noch geduldig, will Panik-Käufe vermeiden und vertraut auf die Arbeit von Sportdirektor Frank Baumann. Doch auch dieser gibt zu: „In der Abwehr haben wir derzeit kaum Optionen, da darf uns nicht mehr viel passieren.“

Ist es allerdings schon. Und wie bedrohlich dünn die Personaldecke in der Defensive ist, zeigten die ersten Tage in Grassau. Bei den Übungseinheiten wurde Co-Trainer Tim Borowski benötigt, um Situationen simulieren zu können. Beim Test gegen Eibar mussten dann der eigentlich nur für die Regionalliga vorgesehene Christian Groß sowie Marco Friedl mangels Alternativen als Einzige volle 90 Minuten durchspielen. Friedl überdies als Linksverteidiger, denn dort fehlt nun auch noch Ludwig Augustinsson. Der Schwede war am Samstag zu einem Spezialisten geflogen, ist inzwischen zwar wieder im Chiemgau, wird jedoch die Woche nur individuell trainieren. „Ober- und unterhalb seines linken Knies ist es immer wieder zu Schwellungen gekommen. Es ist nichts wirklich Dramatisches, aber wir müssen auf diese Belastungsreaktion eingehen und den Bereich zur Ruhe bringen“, meinte Kohfeldt, der zudem auch weiter auf Sebastian Langkamp verzichten muss. „Seine Genesung läuft schleppender als geplant.“

Auch Milos Veljkovic ist noch lange nicht so weit, es besteht Handlungsbedarf. In Benjamin Henrichs (AS Monaco) ist ein Kandidat gefunden – lässt sich dieser Transfer aber tatsächlich bewerkstelligen und wenn ja, bis wann? Das Transfer-Fenster schließt am 2. September, doch verzögert jeder verstrichene Tag Kohfeldts gewünschte Automatismen im Spiel. Neven Subotic war auf dem Markt, passte laut Kohfeldt jedoch nicht ins Konstrukt. Optionen böte Borussia Mönchengladbach, wo zwei Spieler kaum Chancen auf Einsätze haben und bei Anfragen gehen dürfen. Michael Lang kann rechts wie innen verteidigen, Fabian Johnson rechts wie links. Sie wären Sofort-Hilfen. Der Knirps aus Grassau ist es trotz Pizarro-Trikots noch nicht.

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