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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Nichts bleibt, wie es ist – nicht mal der Fußball

17.01.2019

A ch, was waren das doch mal für verlässliche Zeiten. Deutschland gehörte zu den Spitzenteams der Welt, der HSV selbstverständlich zur ersten Liga, Bayern wurde Meister (also fast immer), die Schiedsrichter waren unantastbar, wenn auch nicht unfehlbar und wir hatten spätestens montags viel zu diskutieren und uns zu ärgern.

Rolf Fuhrmann, TV-Journalist aus Aurich und langjähriger Kult-Reporter beim Bezahlsender Sky, bezieht für diese Zeitung regelmäßig Stellung zu aktuellen Themen des Fußballs.

Und heute Anfang 2019? Jetzt treibt uns der Videobeweis oft schon in Echtzeit die Zornesröte ins Gesicht. Die Nationalmannschaft unter ferner liefen, der HSV ohne Abstiegskampf, Bayern nur Zweiter und die großen Entscheidungen fallen im Keller in Köln. Selbst die Eskapaden der Bundesligastars werden extravaganter und vor allem dekadenter.

Flüchteten die WM-Stars wie Beckenbauer und Co. 1974 noch vom Mannschaftsquartier in Malente nachts heimlich auf die Reeperbahn, qualmten bei vielen Bundesligaspielern nicht nur die Köpfe, sondern auch die Lungen in den Kabinen. Es wurde noch ordentlich Skat oder Schafskopf im Bus gespielt, nun sieht das mittlerweile ganz anders aus. Teure Klamotten und Schuhe, Nobeluhren, vergoldete Steaks, Smartphones und Luxuskarossen schmücken die Stars von heute, Protz ist angesagt und wird stolz auf Instagram zur Schau gestellt. Und wer es kritisiert wird als „Hater“ oder Neider zum Teil übelst beschimpft. Bayerns Ribéry ist nur das jüngste Beispiel maßloser Arroganz. Die Großverdiener haben eine Glitzer-Parallel-Welt aufgebaut. Mit dem ursprünglichen Fußball hat das nur noch wenig zu tun. „Ihr da unten – wir da oben“ ist die Denke der Showstars des runden Leders. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander, im Fußball wie auch im übrigen Leben.

Etwas Positives im Profifußball gibt es aber dann doch noch, wenigstens momentan. An der Spitze der Bundesliga ist es endlich nach Jahren der Bayern-Vorherrschaft nicht langweilig. Ich drücke den Dortmundern die Daumen, dass sie den Titel holen. Aus norddeutscher Sicht ist erfreulich, dass Wolfsburg oben mitmischt, Werder Bremen nicht im Abstiegskampf steckt und durchaus noch Chancen auf Europa hat und in der 2. Liga mit dem HSV, dem FC St.Pauli und Holstein Kiel gleich drei Clubs oben mitmischen. Und für Hannover 96 hoffe ich, dass sie nicht den Gang in Liga zwei antreten müssen.

Ich liebe und habe immer diesen Sport geliebt. Fußball fasziniert weltweit, ist ein Spiel, dass überall verstanden wird. Tolle Tore, große Emotionen und manchmal faustdicke Überraschungen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass irgendwann die Profitblase platzt und Fifa, Uefa, DFL und die Superclubs, die gerne eine eigene Liga hätten, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.

Der Fußball in den Regionen bei den Amateuren, den Jungen und Mädchen lebt und wird überleben. Das Spiel ist einfach und sorgt immer noch für tolle Leistungen und viel Spaß. Das habe ich zuletzt bei einem Hallenturnier in Aurich erlebt. Die G-Jugend zu sehen und zu interviewen – da geht einem wirklich das Herz auf. Meine Wünsche und Hoffnungen für 2019: Das wenigstens das bleibt, wie es ist.

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