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Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
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Aktualisiert vor 28 Minuten.

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Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Dieser Stürmer verbindet Nachbarländer

28.02.2019
Frage: Herr Thy, Sie kennen sich in Norddeutschland und in den Niederlanden bestens aus. Wie kommen Sie eigentlich am besten aus Zwolle, wo Sie spielen, in Ihren deutschen Wohnort Bremen? 
Lennart Thy (27): Da gibt es zwei Möglichkeiten: eine kürzere und eine schnellere. Welche wollen Sie wissen?
Frage: Sie entscheiden.
Thy: Gut, dann nehme ich die schnellere. Ich fahre relativ weit südlich über die Grenze nach Deutschland und dann über die A 31 nach Norden zur A 28. Auf der geht es über Oldenburg nach Bremen. Das ist in Kilometern gemessen weiter als die andere Variante, dafür kann ich auf den deutschen Autobahnen aber schneller fahren als in den Niederlanden. Die andere Variante führt in den Niederlanden erst in Richtung Groningen nach Norden, dann zur Grenze und dann auf die A 28.
Frage: Okay, Sie kennen sich wirklich gut aus. Und wie haben Sie den umgekehrten Weg gefunden, nämlich den nach Zwolle?
Thy: Ich habe die Hinrunde der Saison 2018/19 bei Erzurumspor in der ersten türkischen Liga gespielt. Dort hat es aber aus verschiedenen Gründen nicht gepasst und der Vertrag wurde am Jahresende aufgelöst. Als dann die Anfrage aus Zwolle kam, musste ich nicht lange überlegen. Ich hatte ja schon in Venlo gespielt und kannte die niederländische Ehrendivision, dort hatte es mir gut gefallen. Deshalb bin ich nach Zwolle gegangen.
Frage: Sie sind im ostfriesischen Norden aufgewachsen und wurden bei Werder Bremen ausgebildet. Dort bestritten Sie auch einige Bundesligaspiele. Sind Sie im Nachhinein traurig, dass Sie sich dort nicht langfristig haben durchsetzen können?
Thy: Nein. Ich habe die Zeit bei Werder auch so in sehr, sehr guter Erinnerung. Ich habe dort viel gelernt. Unter Trainer Thomas Schaaf bin ich Bundesligaspieler geworden. Es sind auch viele Freundschaften entstanden, die ich noch heute pflege. Deshalb bin ich auch noch so regelmäßig in Bremen.
Frage: Sie haben schon Ihr früheres Engagement in Venlo angesprochen. Dort erregten Sie große Aufmerksamkeit, als Sie wegen einer Stammzellenspende für eine krebskranke Person einige Wochen ausfielen. Wie kam es dazu?
Thy: Das hatte ganz unspektakulär angefangen. Ich hatte mich vor Jahren in Deutschland als möglicher Spender registrieren lassen. Als ich dann 2018 in Venlo spielte, erhielt ich eine Nachricht, dass ich möglicherweise als Spender für eine bestimmte Person in Betracht komme. Ich habe mir in Venlo Blut abnehmen lassen und dieses für weitere Untersuchungen nach Deutschland geschickt. Und so kam heraus, dass ich tatsächlich für eine bestimmte Person spenden konnte.
Frage: Sie fielen daher für einige Tage für den Trainings- und Spielbetrieb aus...
Thy: Ja. Ich habe bei dieser Sache gelernt, dass man Stammzellen entweder über das Blut oder über das Knochenmark spenden kann. Die häufigere Variante ist die über das Blut. Dafür muss man sich einige Tage vor der Blutentnahme Hormonspritzen setzen. Die bewirken, dass die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut gespült werden. Die eigentliche Blutentnahme hat dann in Köln stattgefunden.
Frage: Warum fielen Sie danach noch länger aus?
Thy: Die Milz wird bei diesem Verfahren beansprucht. Daher war ich noch zwei Wochen krankgeschrieben, in denen ich logischerweise nicht trainieren oder gar spielen konnte.
Frage: Weil Sie die Rückennummer elf trugen, wurde die nächste Partie von Venlo in der elften Minute unterbrochen und die Zuschauer haben Sie, der ja gar nicht mitspielte, beklatscht. Hatten Sie so etwas erwartet?
Thy: Nein, überhaupt nicht. Für mich war die Spende selbstverständlich, ich hatte mich ja genau dafür vor Jahren registrieren lassen. Ich bin wegen der Spende sogar noch im Herbst 2018 auf die alljährliche Gala der Fifa nach London eingeladen worden. Dort habe ich einen Fairplay-Preis erhalten. Es war schon spannend, so eine Gala mal als Beteiligter mitzuerleben. Als normaler Spieler habe ich es bislang ja nicht dorthin geschafft (grinst).
Frage: Wissen Sie, wer die empfangende Person ist und wie es ihr geht?
Thy: Nein, das bleibt alles anonym. Ich weiß nicht, wer der Empfänger ist und er weiß nicht, wer ich bin. Ich weiß nur so viel: Sollte die Person innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Behandlung sterben, werde ich informiert. Und da ich diese Nachricht bislang glücklicherweise nicht erhalten habe, hoffe ich, dass es dem Empfänger gut geht.
Frage: Zurück nach Zwolle. Der dortige PEC ist im Vergleich zu Ajax Amsterdam oder Feyenoord Rotterdam ein kleiner Verein. Wie lebt es sich dort als Fußballprofi?
Thy: Sehr gut. Man wird in der Stadt natürlich immer ’mal wieder erkannt und für Selfies oder Autogramme angesprochen. Aber das ist alles sehr freundlich und entspannt. Ich fühle mich hier sehr wohl.
Frage: Der Star des Teams ist der Trainer, nämlich der frühere niederländische Nationalspieler Jaap Stam. Woran denken Sie, wenn der im Training vor Ihnen steht und etwas erklärt?
Thy: Im Alltag sehe ich ganz pragmatisch einen Trainer, der mit uns arbeitet. Da spielt es in dem Moment keine große Rolle, was er früher erreicht hat. Aber in anderen Momenten denkt man schon daran, was er vorzuweisen hat. Er war dabei, als Manchester United 1999 gegen Bayern München die Champions League gewonnen hat. Und wenn jemand so etwas geschafft hat, haben seine Worte vielleicht noch etwas mehr Gewicht als bei jemandem, der keine große internationale Karriere hatte.
Frage: Ihr Vertrag in Zwolle läuft bis Mitte 2020. Sehen Sie Ihre weitere Zukunft in den Niederlanden oder reizt es Sie auch, nach Deutschland zurückzukommen?
Thy: Wenn ich im Profifußball eines gelernt habe, dann das: Solche weitreichenden Planungen bringen nichts. Vor einem Jahr habe ich noch in Venlo gespielt. Damals konnte ich überhaupt nicht erahnen, dass ich über die Türkei wieder zurück in die Niederlande kommen würde. Daher will ich mich nur auf meine unmittelbare Zukunft in Zwolle konzentrieren. Und die sieht so aus, dass wir im Abstiegskampf stecken und unbedingt den Klassenerhalt schaffen wollen.
Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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