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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Fußball: Wie Volker Finke Havelse prägte

10.09.2020

Mainz /Garbsen Mainz 05 gegen den TSV Havelse: Bei diesem Spiel trafen auch schon einmal zwei der prägendsten deutschen Fußball-Trainer der vergangenen Jahrzehnte aufeinander – ohne dass sie damals schon wissen konnten, wie prägend sie einmal werden. Denn vor genau 30 Jahren hieß ein neuer Spieler der Mainzer Jürgen Klopp und der Havelser Trainer Volker Finke. Das Spiel in der 2. Bundesliga verlief dann so, dass der Aufsteiger aus Havelse bis kurz vor Schluss führte und am Ende doch noch mit 1:2 verlor.

An diesem Freitag (20.45 Uhr) spielen Mainz und Havelse in der ersten Runde des DFB-Pokals erneut gegeneinander. Mainz ist mittlerweile ein Bundesliga-Standort und Havelse noch immer der kleine Ortsteil von Garbsen, dessen Club sich auch ohne große Unterstützung in der Regionalliga Nord behauptet und dort auf den VfB Oldenburg, SSV Jeddeloh und Atlas Delmenhorst trifft.

Havelse als Experiment

Gemessen daran hat der TSV in seiner Geschichte schon häufiger sehr weit über seinen eigentlichen Möglichkeiten gespielt: 1990 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga, später warf man noch zweimal den 1. FC Nürnberg aus dem DFB-Pokal (1991, 2012). Und geprägt wurde der kleine Verein maßgeblich von einem Mann, der von 1986 bis 1990 in Havelse schon einmal ausprobieren konnte, was dann später beim SC Freiburg 16 Jahre lang stilbildend wurde: Finke, der Aufstiegstrainer und Visionär.

„Wenn ich in Havelse nicht diese Experimentierphase gehabt hätte, wäre meine Trainerkarriere anders verlaufen“, sagt der heute 72-Jährige: „Es gibt heute viele große Talente unter den jungen Trainern. Für die wäre eine Spielklasse wie die Regionalliga oder die 3. Liga auch eine sehr gute Erfahrung. Man muss nicht mit 33 Jahren schon in der Bundesliga sein.“ Finke bildete bereits in Havelse Spieler wie Jens Todt oder Thomas Vogel aus, die es später in die Bundesliga oder sogar in die Nationalelf schafften. Der Hauptgrund, warum der Dorfclub damals aber selbst Vereine wie den VfL Wolfsburg oder Arminia Bielefeld hinter sich ließ, war aber: „Wir haben einen anderen Fußball gespielt, der ballorientiert war und Räume geöffnet hat“, erzählt Finke: „Damals wurde in Deutschland noch völlig anders gearbeitet und gedacht.“

Finke als Vordenker

Seiner Zeit voraus zu sein – das machte später auch Finkes Arbeit in Freiburg aus. Mit einer innovativen Taktik (Kurzpass-Spiel) und nachhaltiger Nachwuchsförderung (Freiburger Fußballschule) führte er einen ewigen Zweitligisten in die Bundesliga und in den Europacup. 30 Jahre später ist die Frage, ob so etwas mit einem Verein aus einem 5000-Einwohner-Stadtteil wie Havelse heute noch denkbar wäre. Finkes Antwort ist ein „Ja, aber...“, denn einerseits sagt er: „Wenn man Leute hat, die gute Ideen haben, und einen Verein, der Mut und Geduld hat, dann ist so eine Entwicklung immer noch möglich. Man braucht dafür Kontinuität und auch Spieler, die sich entwickeln wollen statt zu schnell nach dem nächstbesten Vertrag zu schauen.“

Der Unterschied zwischen beiden Standorten war: In Freiburg wuchsen Umfeld und Infrastruktur mit den Erfolgen langsam mit. Im kleinen Havelse war das nicht möglich. Nur vier Monate nach dem Zweitliga-Aufstieg verließ Finke den TSV deshalb auch.

Eins aber freut ihn am TSV. Dass dort auch nach Volker Finke und Jens Todt noch Trainer wie André Breitenreiter oder Spieler wie die beiden Eggestein-Brüder von Werder Bremen herauskamen.

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