Als Marko Marin vor drei Jahren an die Weser kam, sollte es eine Investition in eine glorreiche Zukunft werden. Nun setzt der Abgang des teuersten Einkaufs der Vereinsgeschichte von Werder Bremen ein weiteres dickes Ausrufezeichen unter das Ende einer Ära.
Der damals für 8,5 Millionen Euro aus Mönchengladbach losgeeiste Offensivspieler konnte die Erwartungen nie so richtig erfüllen. Marin dribbelte sich zu oft fest und fand im variantenarmen System von Trainer Thomas Schaaf nie die Position, auf der er seine Stärken effektiv ausspielen konnte.
Immerhin hält sich der finanzielle Schaden nun im Vergleich mit anderen Negativposten der Einkaufsbilanz von Manager Klaus Allofs wie Carlos Alberto oder Wesley in Grenzen. Geschätzte sieben Millionen Euro sollen aus der Schatulle des FC Chelsea über den Ärmelkanal an die Weser fließen.
Im Gegensatz zu den Brasilianern wurde Marin, der nun das sinkende Werder-Schiff verlässt, in Bremen zwar nie als komplettes Missverständnis angesehen. Er ist aber ein weiteres Beispiel dafür, dass die investierten Millionen aus der erfolgreichen Champions-League-Zeit wirkungslos verpufft sind.
Das Team, in das Clubverantwortliche wie Fans große Hoffnungen gesetzt hatten, zerbricht. Der Abgang von Torhüter Tim Wiese steht fest, mit dem offiziellen Abschied von Claudio Pizarro wird täglich gerechnet. Auch die Zukunft von Naldo und Sokratis ist ungewiss.
Dass Werder trotz desaströser Rückrunde immer noch die (Minimal-)Chance auf das Erreichen der Europa League hat, sorgt bei vielen Werder-Anhängern für nicht mehr als ein Schulterzucken. Woche für Woche zu hoffen und zu bangen – und jedes Mal enttäuscht zu werden, verursacht eine gewisse Gleichgültigkeit.
Zudem ist die Hoffnung, dass die Bremer mit ihrer Mannschaft – wie auch immer sie dann aussehen mag – in der nächsten Saison international bestehen könnten, gering. Marin ist reif für die Insel, Werder jedoch nicht für Europa.
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