Die Leistungen der Torhüter haben bereits nach einigen Spielen bei der WM Anlass zu Diskussionen gegeben. Mehrere Nationaltorhüter haben sich grobe Fehler geleistet, und man fragt sich: Wie kann so etwas passieren?

Einen Lapsus, wie er dem Engländer Robert Green gegen die USA unterlaufen ist, kann man nicht mit fehlendem Können erklären. Einen solchen Schuss hält normalerweise jeder Kreisklassen-Schlussmann – und ein Profitorwart sowieso. Dass der Ball dennoch ins Tor rutscht, ist daher nur mit einem Mangel an Konzentration zu erklären.

Dass die Torhüter bei einer Weltmeisterschaft etwas von ihrem Fach verstehen, ist doch klar. Es kommt also hauptsächlich darauf an, dass sie sich auf ihre Aufgabe konzentrieren, ihre Nerven in den Griff bekommen. Und das ist in den bisherigen Spielen offenbar einigen Torhütern nicht gelungen.

Ich möchte aber zu diesem Zeitpunkt noch kein allgemeines Urteil über die Schlussmänner fällen. Dafür ist es noch zu früh, nachdem die Vorrunde gerade erst zu einem Drittel absolviert ist.

Eines kann ich aber schon ganz klar sagen: Dem Torhüter von Nordkorea, Ri Myong-Guk, ist wegen des ersten Gegentores gegen Brasilien kein Vorwurf zu machen. Ihn trifft beim spektakulären Treffer von Maicon keine Schuld. Denn ich bin ganz sicher, dass dieser Schuss von Maicon in dieser Weise gar nicht beabsichtigt war. Der Spieler mag das Gegenteil behaupten. Ich meine aber, am ganzen Bewegungsablauf und an der Fußstellung erkennen zu können, dass der Verteidiger Maicon eigentlich flanken wollte.

Als der Ball dann plötzlich im Tor einschlägt, sieht der Torhüter natürlich sehr unglücklich aus. Ich meine aber dennoch, dass er keine Schuld trägt. In solch einer Situation muss er sich einfach nach innen, nach vorne orientieren, weil von einer Flanke auszugehen ist.