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NWZonline.de Sport Fußball 1.Bundesliga Werder Bremen

Hast du „slecht geslafen“?

07.03.2018

Oldenburg /Hamburg Als der Star des Hamburger SV, Rafael van der Vaart, am 17. Dezember 2014 nach der Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart völlig frustriert auf meine – durchaus konkreten und berechtigten Fragen – mit dieser Gegenfrage antwortete, war die Fußball-Welt der Hamburger schon nicht mehr in Ordnung: „Hast du slecht geslafen?“ Wieder hatte man doch nach 16 Spieltagen nur neun Tore geschossen, Platz 14 und nur zwei Punkte vor dem Letzten Werder Bremen. Dabei lag die Last-Minute-Rettung in der Relegation mit dem 1:1 bei Greuther Fürth gerade mal sieben Monate zurück.

Der Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte und der Anfang vom Ende?

Relegation 2015 gegen den Karlsruher SC

Im Mai 2015 war es wieder soweit. In allerletzter Minute gab es im Relegationsrückspiel beim Karlsruher SC einen sehr schmeichelhaften Freistoß. Ausgleich für den HSV und in der Verlängerung den Siegtreffer. Neue „Helden“ retteten den „Dino“. Pierre-Michel Lasogga in Fürth und Marcelo Diaz in Karlsruhe.

Rolf Fuhrmann kommentiert für NWZonline die Fußball-Bundesliga. Foto: Georg Wendt/dpa

Doch wer nun hoffte, nach den beiden Tiefpunkten in der früher doch glorreichen Geschichte der Hamburger, es gehe endlich wieder in sicheres Fahrwasser, sah sich schon zwei Jahre später getäuscht. Wieder bedurfte es einer Rettungstat in höchster Not. Am 20. Mai 2017 sorgte Luca Waldschmidt, zuvor meist Bankdrücker mit seinem allerersten Bundesligator gegen den VfL Wolfsburg, dass dem HSV die Relegation erspart blieb. Ein ganz besonderer Moment. Der dritte Retter und seine Mannschaft wurden frenetisch gefeiert.

Und auch für mich ein besonderer Tag. Mein letzter Einsatz für Sky nach über 25 Jahren. Bierdusche inklusive. Für mich so etwas wie eine deutsche Meisterschaft.

Gab’s auch mal: der HSV im Europapokal

Große Momente. Die gab es, man mag es fast nicht glauben, tatsächlich im Volkspark. Alleine das epische 4:4 gegen Juventus Turin oder die Auseinandersetzungen mit Werder 2009, als man an Bremen gleich zweimal im Halbfinale scheiterte, im Uefa-Cup und im DFB-Pokal. Mal war es eine Papierkugel, mal Werders Torwart Tim Wiese im Elfmeterschießen.

Hach, was für Stars spielten in den ersten zehn Jahren des Jahrtausends noch bei den Hamburgern. Sergej Barbarez, Jérome Boateng, Vincent Kompany, Daniel van Buyten, Ruud van Nistelroy, Nigel de Jong, Ze Roberto und so weiter... Nicht minder namhaft die Trainer – auch wenn an Ernst Happel niemand mehr heranreichte.

Thomas Doll und Armin Veh zum Beispiel, die mich stets mit „Rollo“ ansprachen und mich dauernd duzten. Na gut, ich sie dann auch, aber nur dann!

Huub Stevens und die Meinungsfreiheit

Oder auch Huub Stevens. Nach einem Unentschieden des HSV in Wolfsburg und zwei Platzverweisen für jedes Team wollte er partout nicht einsehen, dass alle Strafen berechtigt waren und fragte mich, wie ich das denn sehe. Ich antwortete, dass alle ok seien. Er stritt das weiter ab. Ich entgegnete, dass wir ja in einer Demokratie leben und jeder sagen dürfe, was er denkt.

Bei Markus Lanz im Februar vergangenen Jahres sind wir uns wieder begegnet – sehr freundschaftlich; ein klasse Typ! Armin Reutershahn, Co-Trainer unter Frank Pagelsdorf, nannte ich mal „Reutershagen“. Seitdem kommt jedes Mal, wenn ich den Herren begegne: „Hallo Herr Fährmann.“ Hach, die kleinen und großen Geschichten mit dem HSV!

Zumindest die großen scheinen endgültig vorbei zu sein. Das Ende des „Dinos“ nach 55 Jahren ist nahe. Und wäre ich Rafael van der Vaart, würde ich die Spieler, Trainer und die Vereinsspitze angesichts der bisweilen desolaten Leistungen fragen: „Habt ihr eigentlich alle nur slecht geslafen?“

Hallo, hallo: Alle Kolumnen von Rolf Fuhrmann auf NWZonline finden Sie hier.

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