Eckfleth - Die gemeinsame Reise von Margot und Wilfried Thümler begann – wie sollte es auch anders sein – auf dem Moorriemer Schützenfest. Als an jenem Abend im Juli 1971 der Klassiker „Butterfly“ von Danyel Gérard ertönte, bat er endlich zum Tanz und erfüllte ihr damit einen heimlichen Wunsch. „Ich hatte ja schon ein Jahr zuvor bei einem Ausflug ein Auge auf ihn geworfen“, verrät Margot.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später krönen die Thümlers am Dienstag, 31. Januar, ihre Liebe mit der Goldenen Hochzeit. Ganz sicher werden sie dann auch vom entscheidenden Moment auf dem Schützenfest sprechen sowie den weiteren Tagen und Monaten, die schnell erkennen ließen, dass da etwas für die Ewigkeit entstand.
Beginn einer großen Liebe
Da Margot Anfang der 1970er-Jahre noch in Nordrhein-Westfalen lebte und nur ihre Familie besuchte, nutzten beide die Tage nach dem Fest zum Kennenlernen. Wilfried brachte sie dann auch höchstpersönlich mit seinem Auto ins Rheinland; es folgten eine einjährige Fernbeziehung, der erste gemeinsame Urlaub am Wörthersee, Margots Umzug in die Wesermarsch und schließlich der Heiratsantrag. Wobei, „er hat das einfach beschlossen“, erinnert sich Margot mit einem Lächeln zurück.
Margot und Wilfried Thümler schlossen am 31. Januar 1973 den Bund der Ehe. Gefunkt hatte es auf dem Moorriemer Schützenfest.
Ganz so einfach war das allerdings nicht, da die Braut zum Zeitpunkt der Eheschließung auf dem Standesamt in Burwinkel noch keine 21 und somit minderjährig war. Margots Eltern stimmten der Hochzeit aber schriftlich zu, auch das „Problem“ mit den Trauzeugen (nur einer war volljährig) wurde gelöst – und somit konnte die glückliche Ehe beginnen.
Geheimnis des Glücks
Bis heute sei ihre Liebe von einer Krise verschont geblieben, erzählt Wilfried stolz. Auch gestritten hätten beide – wenn überhaupt – immer nur ganz kurz und wegen belangloser Dinge. „Wenn sie beim Kniffel verliert, kann der Würfelbecher schonmal durchs Zimmer fliegen“, scherzt er. Genauso wichtig wie der Spaß am Spiel seien aber auch die gemeinsamen Interessen und Vorstellungen von einem erfüllten Leben.
Zum Zeitpunkt des besagten Schützenfestes beispielsweise war er Schützenkönig, einige Jahre später gründete sie die Frauenabteilung des Schützenvereins Moorriem mit. Auch bei der Wahl der Urlaubsziele herrschte stets Konsens, mittlerweile verbrachten sie die Ferien allein 36 Mal im Schwarzwald.
Entscheidend für das anhaltende Glück seien aber auch Verständnis und Rücksichtnahme. Wilfried war über 40 Jahre lang Mitglied im Vorstand des Schützenvereins, er ist seit 30 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv und arbeitete viele Jahrzehnte für den Landkreis Ammerland unter anderem als Sozialamtsleiter. Die gemeinsame Zeit kam da mitunter zu kurz.
Freude auf die Zukunft
Seit dem Eintritt in den Ruhestand ist das anders „und manchmal finde ich es gar nicht so schlimm, wenn er abends wieder weg ist“, scherzt Margot. Insgeheim freue sie sich aber immer wieder auf seine Rückkehr – und natürlich auch auf die gemeinsame Zeit, die noch vor ihnen liegt.
„Wir lassen alles entspannt auf uns zukommen“, sagt Wilfried über die Ziele für die Zukunft mit gelassener Stimme. Denn eigentlich haben sie alles, wovon sie geträumt hatten: eine große Familie mit vier Söhnen, den Schwiegertöchtern und fünf Enkelkindern sowie eine glückliche Ehe.
