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Phil Pankrath berichtet Ein Rodenkircher mitten in der Wildnis des Amazonas

Phil Pankrath
Mit dem Boot fährt der Guide immer tiefer in den Amazonas-Arm hinein.

Mit dem Boot fährt der Guide immer tiefer in den Amazonas-Arm hinein.

Phil Pankrath

Rodenkirchen/Leticia - Heute ist es endlich soweit und einer meiner größten Träume geht in Erfüllung. Dieser Traum ist tropisch schwül, abgelegen von der Zivilisation und wimmelt nur so von gefährlichen Tieren.

Tor zum Amazonas

Leticia ist das Kapital des Amazonas auf der kolumbianischen Seite und nur mit einem Flugzeug zu erreichen. Von dieser kleinen Stadt, von der ich durchaus beeindruckt bin, wie gut sie entwickelt ist, ist es nicht mehr weit zum Hafen im Amazonas und den direkten Wassergrenzen zu Brasilien und Peru.

Der Hafen wird jedoch nur mit kleinen Fischerbooten belagert, mit Menschen die in kleinen Gemeinschaften leben in sogenannten Floating Houses. Sie kommen, um Waren austauschen – etwa den frisch gefangenen Fisch.

Für mich geht es drei Tage hinein in die Tiefen des Amazonas. Mit unserem Holzboot kämpfen wir uns durch die schmalen, dicht bewachsenen Stränge eines Flussarms, und ich bekomme einen ersten Eindruck von der ungezähmten Natur. Sehr mutig! Immer wieder bleiben wir stecken, weil der Wasserspiegel im Moment nicht besonders hoch ist. Der Guide springt in das trübe Gewässer, um das Boot anzuschieben und das sogar barfuß.

Die Geräusche aus dem Urwald sind überwältigend: bunte Vögel und Affen, die sich über einen von Baum zu Baum schwingen. Mit einem Stück Hähnchen an der Schnur von einer Axt gehen wir fischen. Es dauert nur wenige Minuten, und ich habe den ersten Bissen. Ich ziehe die Schnur hoch, und da ist er, der erste Piranha meines Lebens.


Scharfe Zähne

Diese Tiere mit ihren scharfen Zähnen verderben einem jeden Badespaß, dass zeigt auch der Oberschenkel unseres Guides mit einem riesigen Biss. „Mucha sangre y mucho duele“, sagt er dazu nur, was übersetzt „viel Blut und viele Schmerzen“ bedeutet. Das muss ein riesiger Piranha gewesen sein.

Wir übernachten in einem auf Baumstämmen erbauten Floating House im Gewässer mit einem speziellen Haustier, ein unfassbar süßes und zutrauliches Faultier-Baby. Erst 20 Prozent des gesamten Amazonas wurden bislang entdeckt und wenn man erst einmal mitten in ihm steckt, bekommt man ein Gefühl davon, wie groß und verwildert er wirklich ist.

In der sternklaren Nacht schippern wir erneut raus und entdecken dabei tödliche Spinnen an den Bäumen, nur wenige Zentimeter vom Boot entfernt. Ein grün-oranges Farbenspiel zum Sonnenaufgang und einige Delfine in der Ferne. Nur im Amazonas gibt es die zweite Gattung der rosa Delfine. An diesem Tag landen wir in einer indigenen Gemeinschaft mit knapp sechzig Menschen. Ein Leben, das nicht einfacher und glücklicher sein könnte. Die Kinder spielen den ganzen Tag mit einem Farbenspiel, die Männer spielen Fußball, die Frauen Volleyball, und einige sind mit ihren Booten raus um den Rest mit frischen Fisch zu versorgen. Auf meine Frage, ob es hier jemals Streit untereinander gibt, kommt ein klares Nein zurück.

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