Brake - Die Reste der Büchertausch-Telefonzelle, die in der Nacht zu Sonntag im Garten des Schiffahrtsmuseums in Brake abgebrannt ist, standen am Montag noch, auch die Überreste der verbrannten Bücher lagen noch herum. Aber vom Klagen über die mutmaßliche Tat eines Unbekannten, der nach Einschätzung der Polizei die Zelle in der Nacht angezündet hat, wollen sich die Verantwortlichen nicht aufhalten lassen. Dr. Christine Keitsch, Leiterin des Schiffahrtsmuseums, verkündete bereits die Pläne für einen Neuanfang. Gemeinsam mit dem Brake-Verein hatte das Museum die alte Telefonzelle besorgt und aufgestellt. Viele Brakerinnen und Braker waren 2005 daran beteiligt, sie bunt zu gestalten und noch mehr haben seitdem hier Bücher abgeholt und für andere Leserinnen und Leser hinterlassen.
Regal statt Zelle
Das soll ab dem kommenden Mittwoch, 14. Februar, bereits wieder möglich sein. „Wir stellen ein Regal im Museum im Haus Borgstede & Becker (Breite Straße 9) zur Verfügung“, kündigte Keitsch gegenüber der NWZ an. Zunächst während der Öffnungszeiten des Museums können die Menschen hier dann wieder Bücher abholen und auch selbst welche abgeben, die anderen Freude bereiten.
Die Reaktionen auf den Brand hätten den Stellenwert deutlich gemacht, den die Büchertausch-Telefonzelle habe, so Keitsch. „Menschen aller Altersgruppen sind hier. Viele Feriengäste haben sich hier auch ein Buch aus der Telefonzelle geholt und es direkt im Museumsgarten gelesen“, berichtet sie.
Dieses Projekt, in das viele Menschen Herzblut gesteckt haben, solle man sich nicht durch die Tat eines einzelnen kaputt machen lassen. Schon gar nicht möchte Keitsch den in sozialen Netzwerken oft geäußerten Eindruck bestärken, Brake entwickle sich allgemein zum Schlechten. „Ich erlebe die Stadt und die Menschen als extrem liebenswert“, so die Museumsleiterin. Diese positive Grundhaltung wolle sie bewahren.
Alternative bis Sommer
Und deshalb lässt sie auch keinen Zweifel daran, dass das Büchertauschangebot im Garten des Museums zurückkommen soll. „Ob das in einer Telefonzelle ist, wird sich zeigen.“ Vielleicht sei dieser Fall ein Anlass, ganz neu über die Gestaltung nachzudenken. „Wir sind für jede Idee und jede Anregung dankbar“, sagt Keitsch und ergänzt: Ich bin ganz sicher, dass wir bis zum Sommer eine Alternative haben.“
