Berne - Nach 44 Jahren ohne Teil- oder Elternzeit im niedersächsischen Schuldienst ist nun Schluss. Isabell Meyer, Schulleiterin der Comenius-Schule geht in den wohlverdienten Ruhestand. Und nein, das ist – wie oft gefragt – keineswegs vorzeitig. Im März vollende sie ihr 66. Lebensjahr, verrät die dreifache Mutter, die die letzten elf Jahre ihres Berufslebens in Berne verbracht hat.
Kein leichter Abschied
Auch wenn sie sich auf die kommende Zeit freue, so ganz leicht falle der Abschied nicht, sagt sie. Stark habe sich der Beruf in den letzten Jahren verändert. Immer mehr Verwaltung falle an und mehr Formulare müssen bearbeitet werden. Hinzu kam 2013 die Umsetzung der inklusiven Schule. Zu den 28 wöchentlichen Arbeitsstunden gehören 15 Unterrichtsstunden, erklärt die scheidende Schulleiterin, warum das manchmal eine ziemlich große Herausforderung war.
Dankbar ist Isabell Meyer darum sehr für das tolle Kollegium und das gute Miteinander, mit dem sämtliche Herausforderungen gestemmt wurden. Gerade Corona habe gezeigt, wie sehr hier alle füreinander mitdenken, lobt die 65-Jährige, die stets unter dem Motto: Leitung fordert nicht nur, sondern trägt auch alle Entscheidungen mit, gehandelt hat.
Einen dicken Dank schickt Isabell Meyer auch an die Elternschaft. Das gute Vertrauensverhältnis sei keineswegs überall selbstverständlich, sagt sie und deutet auf den großen Blumenstrauß, den es zum Abschied gab. Konflikte wurden immer lösungsorientiert und im positiven Miteinander aus der Welt geschafft. Elternrat, Fördergemeinschaft und Schule zogen stets an einem Strang, um für die Kinder das Beste zu erreichen.
Schöne Erinnerungen
Eigentlich ging Isabell Meyer vor zwei Jahren davon aus, auch so groß wie der damalige Hausmeister Hansi Völker verabschiedet zu werden. Damit, dass das wegen Corona nichts wird, hatte sie sich längst abgefunden. So ganz einfach dahinziehen ließ das Kollegium seine langjährige Rektorin aber natürlich nicht. Unter Einhaltung aller Corona-Regeln wurde im kleinen Kreis noch einmal mit Bildern in Erinnerungen geschwelgt.
Auch der Gang durch die Blumenbögen, durch den normalerweise die Viertklässler die Schule verlassen, durfte nicht fehlen. Für jeden Anfangsbuchstaben ihres Namens hatte sich das Kollegium zudem eine gute Eigenschaft ausgedacht.
Freizeit schon verplant
Neben allem Abschiedsschmerz freut sich die Neurentnerin nun auf den neuen Lebensabschnitt, der eigentlich mit vielen Reisen verbracht werden sollte. Aber auch so werde es ihr keinesfalls langweilig, ist sie sich sicher. Spanisch lernen und mehr Zeit mit den in Berlin lebenden Kindern und Enkeln verbringen hat sie sich neben vielem anderen vorgenommen. Und wenn sie dann noch etwas Zeit und Lust habe, sei sie auf der nächsten Klassenfahrt nach Juist ein gern gesehener Gast, hieß es.
