Atens - Das Störtebekerbad ist auch an diesem Sonnabend als Gelände für Freiluft-Veranstaltungen beim Publikum sehr gut angekommen. „Richtig schön“, „eine coole Location“ und „einfach Klasse“ lauteten einige Kommentare. Auch das Wetter spielte an diesem sonnigen Sommerabend mit.
100 Zuschauer
Auf der Bühne erlebten die rund 100 Gäste zwei Duos: die Hunky Dories aus Nordenham und die Brüder Podewitz. Den Auftakt machte das Nordenhamer Folk-Duo aus Dominique Wempe (Geige und Gesang) und Oliver Morawietz (Gitarre und Gesang). Die Geigerin kennen die meisten Nordenhamer als Mitglied der Formationen Ruhwarder Saitenhiebe, Seewind und The Nordic C. Der Gitarrist Oliver Morawietz wirkte früher bei den Long Blokes und bei Dig.BKwarters mit.
Seinem Publikum präsentierte das Duo, das vor zwei Jahren zusammengefunden hatte, einen Mix aus Indie-Folk-Songs. Viele der gecoverten Songs interpretieren die beiden Hobbymusiker neu. Das Repertoire der Hunky Dories umfasst mittlerweile um die 40 Stücke, die bei den Nordenhamer Musikfreunden gut ankamen, darunter drei selbst geschriebene Lieder.
Für Duos leichter
Weil es sich bei den Hunky Dories um ein Duo handelt, konnten Dominique Wempe und Oliver Morawietz während des Lockdowns problemlos zusammen neue Stücke einüben und daneben Auftritte für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen bieten. „Es ist im Moment wirklich gar nicht so einfach, Bands zu engagieren“, sagt dazu Jahnhallen-Chef Stefan Jaedtke, der mit seinem Team das neue Freiluft-Format vorbereitet hatte. „Während des monatelangen Lockdowns waren ja für Gruppen gemeinsame Proben untersagt. Viele Formationen bestehen gar nicht mehr.“ Gemeinsame Proben im vergangenen Jahr waren auch für die beiden Podewitz-Brüder kein Problem, die danach am Störtebeker-Bad einen rundum gelungenen Comedy-Abend boten. Die zwei so unterschiedlichen Wortakrobaten haben ihre ganz eigene Art von Komik. Ihr Witz und ihr Humor sind ein Garant für Gelächter und Applaus. „Macht schön!“, so lautet der Titel ihres neuen Programms, das in dieser Form noch nirgends zu sehen war. Logisch, dass da unter anderem Covid-19 mit dem endlos wirkenden Lockdown zum Thema wurde.
Mal ging es in der Comedy-Show mit dem bunten Sammelsurium an schrägen Szenen um Spuckschutzwände, dann um Friseurbesuche oder Bestellungen über das Internet, bei denen allein die Möglichkeit der Paketnachverfolgungen bei Willi Podewitz ethische Bedenken auslöste: Es sei zu überlegen, ob man den Verfolgten nicht einen Stuhlkreis zwecks Aufarbeitung anbieten solle.
Und auch an diesem Abend gab es wieder die typische Publikumsanimation in Form von Strafgedichten von Peter Podewitz. Seine Lyrikeinheiten sind speziell. Sie erfolgen immer dann, wenn den Künstlern der Beifall im Publikum zu gering erscheint. Der gebürtige Bremerhavener, der in Bochum lebt, studierte Musiktheater in Bayreuth und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Bochum. Sein fünf Jahre älterer Bruder Peter lebt in Bremen. Dort studierte er auch Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Geschichte. Das Comedy-Duo wurde mehrfach ausgezeichnet und war auch in der Jahnhalle schon oft zu sehen.
Jasch am 24. Juli
Beim dritten Teil der Jahnhallen-Open-Air-Veranstaltungsreihe wird die Nordenhamer Familienband Jasch am Sonnabend, 24. Juli, auf der Bühne am Störtebekerbad stehen.
