Atens - „Darf doch jeder sein, wie er will“: So lautete das Thema einer Projektwoche an der Schule Am Siel. Eigentlich hatten die Aktionstage rund um die vielseitigen Aspekte von Diversität und Individualität für die 125 Schüler und 16 Klassen der Förderschule an der Fröbelstraße schon viel früher stattfinden sollen. Doch aufgrund von Corona musste der Termin dreimal verschoben werden.
Fünf Projekttage
Fünf Tage lang wurde im jeweiligen Klassenverband diskutiert und mittels verschiedener Medien eine Ausstellung vorbereitet, die das Thema Diversität auf unterschiedliche Weisen audio-visuell behandelt. Weil dabei auch die sexuelle und geschlechtliche Vielschichtigkeit eine Berücksichtigung finden sollte, wurden die Projektwochenergebnisse in zwei verschiedenen Ausstellungen präsentiert.
Im Kreativraum waren die Arbeiten der jüngeren Schüler zu sehen, im Chill-Raum für die Pausen die der 12- bis 20-Jährigen. Aufgrund der Hygienevorschriften waren die Präsentationen nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Ergebnisse zeigten sehr anschaulich, dass selbst die jüngeren Schüler bereits ein starkes Bewusstsein für Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Menschen haben. So bastelte beispielsweise die Klasse 3-4 Plakate mit Fotos der jeweiligen Schüler, bei denen der Betrachter die Übereinstimmungen und Unterschiede der abgebildeten Acht- bis Neunjährigen erraten mussten.
Die Bilder enthalten jeweils dezente Hinweise. Mal ist es zum Beispiel die Linkshändigkeit, die zwei Schüler verbindet, mal das gleiche Hobby. Die jeweiligen richtigen Antworten lassen sich mit einem Any-Book-Reader entschlüsseln. Das sind digitale Sprachgeräte in Stiftform, die die Aufnahme von O-Ton-Zitaten der Schüler ermöglichen. Zur Vorbereitung hatte die Klassenlehrerin Kirsten Fitter mit ihren acht Schülern das Wendebuch „Ich bin anders als du – Ich bin wie du“ hinzugezogen, das Gemeinsamkeiten und Unterschiede vermittelt.
Sexuelle Vielfalt
Auf Plakaten hatten auch die älteren Schüler ihre erarbeiteten Ideen festgehalten. Die Klasse 8-9 hatte sich zum Beispiel mit der sexuellen Vielfalt auseinandergesetzt und dazu Internetrecherchen und Filme herangezogen. Wichtig war es den Schülern, unter anderem aufzuzeigen, dass die Akzeptanz von Andersartigkeit und die Offenheit in Beziehungen extrem wichtig sind.
„Wir sind mit dem Thema Diversität allerdings gar nicht fertig geworden“, sagte die Lehrerin Sandy Wolf, „es fehlt noch der Aspekt der Diskriminierung.“ Die Gesellschaft sei noch weit davon entfernt, lesbische, bisexuelle, schwule, trans- und heterosexuelle Lebensweisen als gleichberechtigt zu behandeln.
