Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Kulturmühle Berne Arbeit der Ermittler transparenter machen

Gabriele Bode
Auch ohne die eigentlich mitgebrachten Bilder, die aus technischen Gründen nicht gezeigt werden konnten, bescherten (von links) Martin Erftenbeck, Klaus Püschel und Annette Marquardt dem Publikum mit ihren Einblicken in die Ermittlungsarbeit einen spannenden Abend.

Auch ohne die eigentlich mitgebrachten Bilder, die aus technischen Gründen nicht gezeigt werden konnten, bescherten (von links) Martin Erftenbeck, Klaus Püschel und Annette Marquardt dem Publikum mit ihren Einblicken in die Ermittlungsarbeit einen spannenden Abend.

Gabriele Bode

Berne - In der Berner Kulturmühle ging es jetzt um reale Mordfälle, die den meisten Besuchern wohl noch bestens in Erinnerung gewesen sein dürften. Die Verdener Staatsanwältin Dr. Annette Marquardt, der Professor für Rechtsmedizin, Dr. Klaus Püschel, sowie Martin Erftenbeck, der bis zu seiner Pensionierung 2017 das Fachkommissariat 1 und die Mordkommission in Verden leitete, waren mit ihrem Buch „Wahrheit – Tote haben Recht(e)“ und vielen spannenden Einblicken in die Ermittlungsarbeit zu Gast.

Angesichts der Tatsache, dass von den landesweit rund 900.000 Toten pro Jahr nur ein Prozent näher untersucht werden, liege der Verdacht nahe, dass es eine hohe Dunkelziffer unentdeckter Tötungsdelikte gibt. 350 Rechtsmediziner, die zur fachmännischen Sicherung von Beweisen neben Leichen auch lebende Opfer von Gewalttaten begutachten müssen, gebe es hierzulande. Das sei eine viel zu niedrige Zahl, bedauerte Püschel. So hätte beispielsweise Krankenpfleger Högel bei genaueren Untersuchungen der Verstorbenen viel früher überführt werden können. Mehr entdeckte Tötungsdelikte würden die Kriminalitätsrate allerdings auch emporschnellen lassen.

Auslöser von Gewalt

Die Frage nach dem Spaß, beantwortete Annette Marquardt mit einem klaren „Ja“. Denn ohne Begeisterung für das, was sie tut, könnte sie ihre Arbeit gar nicht machen. Wenn andere ins Wochenende starten, klingele bei ihr das „Leichentelefon“, hieß es. Konsum von Alkohol und Drogen seien von Freitagnachmittag bis Sonntagabend oft der Auslöser von Gewalttaten, so die Erfahrung der Staatsanwältin, die bei Mordermittlungen von Anfang an eng mit der Polizei zusammenarbeitet. Wichtig sei für sie, die Befragung von Verdächtigen oder Zeugen möglichst sofort vorzunehmen, um die später oft anderen Aussagen vor Gericht besser einordnen zu können, erklärte die Juristin.

Alte Fälle gelöst

Erftenbeck ging in seinem Bericht auf den Maskenmann ein. Schon bevor er die Leitung des Fachkommissariats 1995 übernahm, beschäftigte ihn der Fall des Täters, der Jungen aus Schullandheimen, Zeltlagern oder einem Internat entführte, missbrauchte und tötete. 20 Jahre dauerte es, bis der ehemalige Jugendbetreuer endlich festgenommen werden konnte.

Mit ein wenig Aufklärung über die beiden „Klaus-Schädel“, mit denen Püschel das Publikum zu Beginn der Veranstaltung neugierig gemacht hatte, und der Entzauberung der Störtebeker-Legende endete der spannende Abend auf amüsante Weise.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

POSITIVES VOTUM Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH – Rießelmann spricht von Happy-End

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Eine junge Lehrerin schreibt Mathematikaufgaben an eine Schultafel. Niedersachsen will 390 Schulen im Land nach Sozialindex stärker fördern.

NEUES PROGRAMM FÜR 390 SCHULEN Wie Niedersachsen mehr Bildungsgerechtigkeit herstellen will

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden