Brake - Das Bahnhofsgebäude in Brake war einst ein Symbol für Aufbruch und Fortschritt. Doch seit vielen Jahren fristet das imposante Bauwerk ein trauriges Dasein. Es liegt im Dornröschenschlaf und steht seit Mitte der 1990er Jahre leer. Nach den Vorstellungen der SPD-Kreistagsfraktion könnte sich das ändern. Der Vorschlag lautet, das Gebäude zum neuen Standort für das Kreisgesundheitsamt zu machen, weil das Haus an der Rönnelstraße 10 marode ist. In der Kreisverwaltung stößt der Vorschlag indes auf Ablehnung.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Francksen (Nordenham) bezeichnete es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Personal und Gleichstellungsfragen als „einen Fehler, den Bahnhof als Standort von vornherein auszuschließen. Das hat auch was mit der Stadtentwicklung in Brake zu tun“. Kreistagsabgeordneter Reiner Gollenstede (Unabhängige) aus Brake plädierte ebenfalls „für eine ergebnisoffene Prüfung“.
Es gebe einige denkbare Standorte, nannte er neben dem Bahnhof auch das Jobcenter der Arbeitsagentur an der Weserstraße 2 und das benachbarte Zollamt. Beide Behörden sitzen nach Ansicht von Gollenstede „nicht ganz so günstig“. Das Zollamt müsste seiner Meinung nach auf Sicht in den Hafen umziehen. Ihm sei es wichtig, so Gollenstede im Ausschuss, dass der Findungsprozess in Gang kommt.
Das in den Jahren 1899 und 1900 von Ludwig Klingenberg gebaute Bahnhofsgebäude scheidet aus Sicht von Matthias Wenholt aus. Es sei nicht barrierefrei, verfüge über keine Parkplätze und stehe unter Denkmalschutz, betonte der 1. Kreisrat. Und die Kosten für eine Nutzbarmachung für das Gesundheitsamt seien höher als ein Neubau. Wenholt weiß, wovon er redet: Vor über zehn Jahren, zu Zeiten von Brakes Bürgermeister Roland Schiefke, plante der damalige Braker Stadtbaurat Wenholt den Umzug der Stadtverwaltung in das Gebäude mit beiderseitigen Anbauten.
Der Gebäude an der Bahnhofstraße soll nach Ansicht der SPD-Kreistagsfraktion dennoch als möglicher Standort für das Kreisgesundheitsamt geprüft werden.
