Bardenfleth - Mit einem offenen Brief an die zuständigen Abgeordneten macht Wilfried Clausen, Geschäftsführer von Mode W in Bardenfleth (Elsfleth), gemeinsam mit seiner Frau Erika auf die Situation seines Unternehmens aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie aufmerksam. Insbesondere aber kritisiert das Ehepaar Entscheidungen zur Eindämmung der Pandemie, die aus seiner Sicht nicht nachvollziehbar sind. Der offene Brief des Ehepaares wurde unter anderem auf der Facebook-Seite der Nordwest-Zeitung (Wesermarsch) veröffentlicht.

Zentrale Förderung des Unternehmerehepaars: Das so genannte „Click & Meet“ – das Einkaufen in einem Geschäft nach vorheriger Terminbuchung – müsse im gesamten Einzelhandel möglich gemacht werden, und zwar unabhängig vom aktuellen Inzidenzwert (der in der Wesermarsch kurz vor den Osterfeiertagen etwas unter 200 lag). Das Hygienekonzept mit Abstands- und Flächenregeln solle dabei selbstverständlich berücksichtigt werden.

Wie viele Personen unter dieser Prämisse bedient werden könnten, könne wiederum vom aktuellen Inzidenzwert abhängig gemacht werden. Wilfried und Erika Clausen sind unter diesen Vorgaben davon überzeugt, dass „durch diese verantwortliche erforderliche Fehlerkorrektur die Infektionsgefahr verringert wird“.

Wilfried Clausen gibt weiter zu bedenken, dass beispielsweise Mode- und Schuheinzelhändler aktuelle Ware etwa sechs Monate vor Auslieferung ordern würden – das würde bedeuten, dass bereits jetzt trotz Einschränkungen der Vor-Order durch die Pandemie „große Mengen Neuware“ kommen würde. Diese Wareneingänge müssten geprüft, bearbeitet und im Laden eingeräumt werden. Und natürlich müsse sie bezahlt werden, so Clausen. Für das Unternehmen bedeute dies, dass trotz Kurzarbeit mindestens ein Drittel der Belegschaft für die genannten Tätigkeiten im Einsatz sei.

Wilfried und Erika Clausen bescheinigen der Politik, auf die großen, außergewöhnlichen und unvorhersehbaren pandemiebedingten Probleme hervorragend reagiert zu haben; gleichwohl seien Fehler nicht zu vermeiden, „wenn was ganz neu und zum ersten Mal gemacht wird“. Diese „natürlichen Fehler“ müssten nun aber aus „logischer und verantwortungsvoller Sicht korrigiert werden“.


Wilfried Clausen nennt ein Beispiel: Verbrauchermärkte, Lebensmittelmärkte und Discounter hätten die Warengruppen verstärkt, die normalerweise im jetzt aufgrund der Inzidenzwerte geschlossenen Einzelhandel geführt würden. Dadurch würden Aufenthaltsdauer und Frequenz in den genannten Märkten erhöht – und das Infektionsrisiko steige.

Außerdem würden verstärkt Nachbargemeinden und Städte angefahren. „Deutschlandweit sieht man auf den Parkplätzen der inzidenzgeringeren Orte fremde Autokennzeichen“, sagt Clausen. Dieser „Einkaufstourismus“ fördere die Frequenz und erhöhe die Infektionsgefahr, ist Clausen überzeugt.

Antworten von Abgeordneten hat er noch nicht.

Torsten Wewer
Torsten Wewer Kanalmanagement