Berne - Die Partystimmung in der Berner Kulturmühle erreichte ihren Höhepunkt, als endlich feststand, dass es Christina-Johanne Schröder schafft. Die 37-Jährige aus Berne wird für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestag einziehen – und Schröder kann es kaum erwarten. „Die Vorfreude auf die Arbeit ist riesig“, sagte Schröder. Bereits am Montag machte sie sich auf den Weg in ihre neue Wahlheimat Berlin.
Dort wird die Bernerin vorerst zwar nur in einem Hotel übernachten und den Lebensmittelpunkt in ihrer Gemeinde in der Wesermarsch behalten. Eine Sache will sie aber unbedingt mitnehmen: das Fahrrad. „Das ist dort eines der schnellsten Fortbewegungsmittel“, erklärte Schröder, die sich am Ende eines intensiven Wahlkampfes aber nicht nur über ihren persönlichen Erfolg freuen durfte.
Zahlen aus Berne
Als drittstärkste Partei kamen die Grünen in Berne auf starke 14,3 Prozent der bei der Bundestagswahl abgegebenen Zweitstimmen. 2017 hatte die Partei noch bei 9,5 Prozent (plus 4,8 Prozentpunkte) gelegen. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch und bedanken uns für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler“, sagte Brigitta Rosenow, die Vorsitzende des Ortsverbandes Berne-Lemwerder, die natürlich auch den Erfolg von Schröder würdigte.
Schröder schaffte den Sprung nach Berlin über den Landeslistenplatz 3 der Grünen. „Damit ist unser Ortsverein in der Hauptstadt vertreten. Christina-Johanne Schröder wird sich mit diesem starken Ergebnis im Rücken für unsere Region einsetzen“, sagte Rosenow.
SPD und CDU
Derweil erkämpfte sich die SPD in Berne den Status als Nummer eins. Die Sozialdemokraten kamen mit 37,7 Prozent der abgegebenen Zweitstimmen als stärkste Kraft ins Ziel und durften sich damit im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren über einen Stimmenzuwachs von 6,9 Prozentpunkten freuen. Die SPD, die 2017 noch bei 30,8 Prozent gelegen hatte, profitierte allerdings auch von großen Verlusten der CDU.
Die Christdemokraten, 2017 mit 33,3 Prozent noch die erfolgreichste Partei in Berne, stürzte in diesem Jahr auf 20,9 Prozent ab. Das bedeutet ein Minus von 12,4 Prozentpunkten. Bei der Kommunalwahl am 12. September hatte die CDU nur knapp drei Prozentpunkte verloren. „Die Wähler haben ein feines Gespür und können gut differenzieren, wenn es darum geht, wer sich für ihre Belange vor Ort einsetzt“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Björn Thümler mit Blick auf die Unterschiede zwischen Bundes- und Gemeindeergebnis.
Wahlbeteiligung
Die Wahlhelferinnen und Wahlhelfer zählten in Berne insgesamt 4155 gültige Stimmen aus. Die Wahlbeteiligung betrug 78,1 Prozent und lag damit auf dem Niveau von 2017. Damals hatten 78,6 Prozent der Wahlberechtigten auch Kreuzchen auf den Wahlscheinen gemacht.
