Berne - – Neben dem weiteren Infektionsschutz muss es jetzt auch um Zukunftsperspektiven gehen. Wir fragen die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Nordwesten, welche Perspektiven und Visionen sie für Ihre Stadt/Ihre Gemeinde haben und wie sie die angekündigte kommunale Unterstützung aus dem Konjunkturpaket des Bundes am liebsten nutzen würden. Heute: Hartmut Schierenstedt

Auf welches laufende Projekt Ihrer Gemeinde möchten Sie auch unter Sparzwang auf keinen Fall verzichten?

Wir können es derzeit nicht an einem Projekt festmachen, was derzeit in der Gemeinde Berne betrieben wird. Es laufen mehrere Projekte, auf die ich nicht verzichten kann. Es sind aktuell der erstmalige Ausbau der Industriestraße in Ganspe, die Sanierung der Sporthalle Ganspe, die Gewerbeflächenentwicklung in Ranzenbüttel, die Schaffung von Wohnbauflächen im Bereich Schwarzer Weg mit der Bezeichnung Baugebiet Hohes Feld und die Schaffung von zusätzlichen Krippen- und Kindergartenplätzen. Ganz wichtig ist natürlich die Fortführung der Sanierung des Berner Ortskernes. Seit 2014 läuft die Sanierung und viele Veränderungen sind bereits im öffentlichen Bereich wie auch im privaten Bereich sichtbar.

In welche Entwicklungschance muss jetzt vorrangig investiert werden?

Ganz wichtig ist für die Gemeinde die Schaffung von zusätzlichen bedarfsgerechten Krippen- und Kindergartenplätzen. Wir können aktuell den Bedarf in unseren Einrichtungen nicht decken. Über alternative Möglichkeiten der Unterbringung finden derzeit verstärkt Gespräche statt. Um auch für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, muss eine zusätzliche Einrichtung gebaut werden. Ein Grundstück steht hierfür bereits zur Verfügung. Die Einrichtung soll an der Weserstraße auf dem gemeindeeigenen Grundstück, genannt An der Rennbahn, errichtet werden. Das Investitionsvolumen liegt nach ersten groben Schätzungen zwischen 3 und 4 Millionen Euro.

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis aus der Corona-Krise?

Die wichtigste Erkenntnis ist für mich, dass wir hier in der Gemeinde Berne sehr verantwortungsvoll und diszipliniert mit den Auswirkungen der Pandemie umgegangen sind. Die Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, des gemeindlichen Betriebshofes, die Reinigungskräfte, die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten und die ehrenamtlichen Kräfte in der Gemeinde Berne wie Rettungsdienst und Feuerwehr haben einen tollen Job gemacht.

Sie machen ihn auch weiterhin, denn das Coronavirus ist immer noch sehr aktiv.

Wie steht Ihre Gemeinde im Sommer 2021 da?

Das kann ich derzeit nicht vorhersehen. Ich hoffe natürlich, dass uns wegbrechende Einnahmen nicht ganz so heftig treffen werden. Einbrüche wird es geben, die gibt es auch bereits massiv in diesem Jahr. Der Rettungsschirm des Landes Niedersachsen, für den ich sehr dankbar bin, wird uns aber mit Sicherheit nicht alle Einnahmeverluste ersetzen können. Wir werden aber, so meine Einschätzung, einen sehr sparsamen Haushalt für 2021 verabschieden müssen.

Und wie im Sommer 2025?

Das Jahr 2025 liegt noch in weiter Ferne. Ich wage aber trotzdem einmal einen kleinen Ausblick. Die neue Kindertagesstätte ist inzwischen drei Jahre alt und hat sich bewährt. Es gibt keine Kinder mehr auf Wartelisten. Die Lange Straße ist komplett erneuert.

Der Schwarze Weg in Berne, der als Umgehungsstraße genutzt werden musste, wird neu hergerichtet. Die Baugrundstücke im Baugebiet Hohes Feld im Bereich Schwarzer Weg sind im 1. Bauabschnitt vollständig bebaut. Der 2. Bauabschnitt ist erschlossen und steht für weitere Bauwillige zur Verfügung. Der Gemeindehaushalt ist auf der Einnahme und Ausgabeseite ausgeglichen und über die Corona- Pandemie spricht keiner mehr.

Friederike Liebscher
Friederike Liebscher Redaktion Oldenburg